VAR in der Presse

VAR in der Presse

Im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit sind wir selbstverständlich auch mit eigenen Beiträgen im Fränkischen Anzeiger präsent. Oder es wird über uns und unsere wichtige Arbeit berichtet.

Wir haben Ihnen hier eine Auswahl an Beiträgen von und über den Verein Alt-Rothenburg aus dem FA zusammengestellt.

Im gelb eingekreisten Feld können Sie auf Fränkischer Anzeiger Online Ihre Suchwörter zum Thema Alt-Rothenburg, Brauhaus o.ä. eingeben.

Sie können alternativ auf der Online-Ausgabe des Fränkischen Anzeigers den Begriff "Verein Alt-Rothenburg" eingeben. Dann bekommen Sie alle Artikel aufgelistet, in dem dieser Begriff in den Beiträgen des Fränkischen Anzeigers auftaucht. Und das sind nicht wenige...

Einige davon können Sie hier nachlesen:

Neues Leben im Baudenkmal

Haus in der Galgengasse wurde in Denkmalliste aufgenommen

ROTHENBURG – Erfreuliche Investition in die Altstadt mit Erhaltung wichtiger geschichtlicher und städtebaulicher Bausubstanz: Das erste in die Denkmalliste eingetragene Haus des Wiederaufbaus hat ein auswärtiges Ehepaar aus Aschaffenburg mit verwandtschaftlichen Beziehungen, das namentlich nicht genannt sein will, nach Rothenburg umsichtig saniert und ausgebaut.
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Warnung vor der Leichtfertigkeit

Ausstellung zum Wiederaufbau der Stadt ist auch ein Appell, das historische Erbe zu erhalten

ROTHENBURG – Krieg, Bomben und Elend sind zum Glück von Rothenburg heutzutage weit entfernt. Dennoch trägt die just eröffnete Ausstellung „Kriegzerstörung und Wiederaufbau – Stunde Null bis 1960” in der Johanniterscheune eine brisante Mahnung in sich. Was die Zerstörung des Jahres 1945 in einigen Minuten geschafft habe, könne heute eine schleichende Vernachlässigung und Unwissenheit bewirken, brachte es Bürgermeisterin Irmgard Mittermeier in ihrer Grußrede auf den Punkt.
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Historische Türen gerettet

Quelle: Fränkischer Anzeiger vom 20.05.2009

Wenig konstruktiv

Verwaltung widerspricht Darstellungen von Alt Rothenburg

ROTHENBURG – Oberbürgermeister Walter Hartl und Stadtbaumeister Hans Mühleck wehren sich gegen die kürzlich vom Alt Rothenburg in der Jahreshauptversammlung geäußerte Kritik, „dass die einstige Musterstadt des Denkmalgedankens um mindestens eine Liga zurückgerutscht ist.“ Entschieden weisen sie diesen Vorwurf bei einem Pressegespräch zurück und betonen: „Es ist ein Unding, wie die Stadt schlechtgeredet wird!“
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Leserbrief des Vorsitzenden

Bernhard Mall

ist nicht mehr VAR-Vorsitzender. © Jochen Ehnes

Zum Leserbrief von Herrn Gunter Haug (Rothenburg/Schwaigern) am 7. 5. 2009:
(hier nur noch einmal zur besseren Lesbarkeit!)

Engagement für Denkmalschutz in Rothenburg:

Herr Gunter Haug war bei der von ihm als beschämend empfundenen Mitgliederversammlung der Vereins Alt-Rothenburg nicht anwesend. Sein Leserbrief leidet deshalb unter seinem einseitigen Informationsstand. Dem Verein Alt-Rothenburg wirft er relativ geringe Sachkenntnis vor. Unbeschadet davon möchte er ihn verstärkt für allerlei städtische Aufgaben instrumentalisieren. Am Stein des Anstoßes, der wichtigen Diskussion des Abends über den angemessenen Denkmalschutz im Bereich des Philosophenwegs und die Informationspolitik im Vorfeld des Bebauungsplans geht dies vorbei: Herr Oberbürgermeister W. Hartl führte dazu u. a. aus, bei der Stadt habe niemand davon gewußt, dass zu der denkmalgeschützten Außenbefestigung am Philosophenweg nicht nur die Reste des Turmseeleins, sondern auch die Wälle westlich der Staatstraße gehörten. Der Verein hätte hierzu früher informieren müssen.

Abgesehen davon, dass die Stadt als Denkmalbehörde die geschützten Bereiche kennen sollte, hat das Landesamt für Denkmalpflege frühzeitig darauf hingewiesen, dass zum Schutzbereich Turmseeleinsbrücke auch der im Bereich des Bebauungsplans liegende anschließende Grünzug gehört. Auf die dazu vorliegende Literatur wurde hingewiesen (EICHHORN 1947). Der Verein Alt-Rothenburg hat in seiner Stellungnahme ergänzend hierzu leicht zugängliche Literatur benannt (u. a. BORCHARDT/TITTMANN 2005: Mauern-Tore-Türme). Wichtig ist, dass entsprechende mittelalterliche Außenbefestigungen fast nirgends mehr in dem Umfang erhalten sind wie in Rothenburg. Es handelt sich somit um eine Besonderheit, ein historisches Alleinstellungsmerkmal zur Stadtgeschichte. Das Denkmal kann aus unserer Sicht mit geringem Aufwand erhalten werden. Es sollte im Hinblick auf die Präsentation der Stadtgeschichte aufgewertet werden.

Zu begrüßen ist, dass mit der aktuellen Neuplanung die vorgesehene Wendeplatte für Müllfahrzeuge nicht mehr direkt im Bereich des Nordwalls liegt. Allerdings ist klar, dass jede zusätzliche Zerschneidung der Wälle– auch die jetzt neu für die Zufahrt der Müllfahrzeuge zur Wendeplatte hinter dem Wall geplante –eine tiefgreifenden Störung des erhaltenswerten Ensembles der noch durchgängigen Wallpartien bedeuten. Noch besteht die Möglichkeit, eine tatsächlich beschämende Behandlung des einmaligen Denkmals zu vermeiden.

Was den Rundumschlag gegen die Rothenburger Museen betrifft, ist anzumerken, dass Herr Haug offensichtlich nicht die Besonderheiten der Rothenburger Museumslandschaft kennt. Hat er sich gefragt, welche Zielgruppen und welche Ausstellungskonzepte jedes Museum verfolgt? Ist „Vernetzung“ (ein schönes Schlagwort, das man oft gerne sinnfrei im Mund führt) überall sinnvoll? Woher kennt Herr Haug den zwingenden Zusammenhang zwischen angeblich fehlender Museumspädagogik und sinkenden Besucherzahlen? Mit den betroffenen Museumsleitern hat er sich jedenfalls nicht unterhalten.

Bernhard Mall
1. Vorsitzender Verein Alt-Rothenburg

Internationales Projekt wird 2010 realisiert

Rothenburg erhält Stauferstele

Ein Modell der Stauferstele (am Beispiel der Stadt Waiblingen).ROTHENBURG – Im Herbst 2010 wird die Stadt Rothenburg um eine weitere Attraktion reicher sein: eine Stele zur Erinnerung an die Stadtgründer, das Kaiser- und Königsgeschlecht der Hohenstaufen, im Burggarten, der Keimzelle von Rothenburg. In unmittelbarer Nähe des Burgtores soll die knapp drei Meter hohe Marmorstele aufgestellt werden – darin eingemeißelt ein begleitender Text über die Geschichte der frühen Staufer, für die Rothenburg ein enorm wichtiger Meilenstein bei ihrem späteren Aufstieg zur mächtigsten europäischen Herrscherfamilie gewesen ist.
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Internationales Projekt wird 2010 realisiert

Rothenburg erhält Stauferstele

Ein Modell der Stauferstele (am Beispiel der Stadt Waiblingen).ROTHENBURG – Im Herbst 2010 wird die Stadt Rothenburg um eine weitere Attraktion reicher sein: eine Stele zur Erinnerung an die Stadtgründer, das Kaiser- und Königsgeschlecht der Hohenstaufen, im Burggarten, der Keimzelle von Rothenburg. In unmittelbarer Nähe des Burgtores soll die knapp drei Meter hohe Marmorstele aufgestellt werden – darin eingemeißelt ein begleitender Text über die Geschichte der frühen Staufer, für die Rothenburg ein enorm wichtiger Meilenstein bei ihrem späteren Aufstieg zur mächtigsten europäischen Herrscherfamilie gewesen ist.
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Alt-Rothenburg will weiter die Augen aufhalten

„Zukunft wird uns bald erreichen“

ROTHENBURG – Die „einstige Musterstadt des Denkmalgedankens“ ist nach Auffassung des Vereins Alt-Rothenburg „eine Liga – oder gar zwei – zurückgerutscht.“ Es gehe seit Längerem um die Frage, wie die historische Stadt – zu deren Geschichte auch das 19. und 20. Jahrhundert gehören – ihre nicht zuletzt durch den Massentourismus bedingten Strukturveränderungen der Altstadt in den Griff bekommt und ihre schutzwürdigen Denkmäler vor Verfall und unbedachter Vernichtung bewahren kann.
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Ein wichtiges Nachschlagewerk

Dokumentation über den Wiederaufbau Öffentlichkeit zugänglich gemacht

ROTHENBURG – Die Masterarbeit von Hanns Berger und Tobias Lauterbach über den Wiederaufbau Rothenburgs ist durch Unterstützung des Vereins Alt-Rothenburg und namhaften Geldgebern als Buch erschienen. (...) Der 31-jährige Rothenburger Hanns Berger und sein gleichaltriger ehemaliger Studienkollege aus Kulmbach sind von der Stadtgeschichte so angetan, dass sie weitergehende Pläne haben.
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Eduard Knoll spielt eine Mittlerrolle

FA-Interviewreihe (12):
„Zukunft der Altstadt ist wackelig“
ROTHENBURG – Einerseits mit Kritik an vergangener Stadtentwicklung und aktuellen Themen, andererseits auch bei manchen Dingen mit bemerkenswerter Zurückhaltung reagiert Rothenburgs neuer Stadtheimatpfleger Eduard Knoll (60) auf gezielte Fragen im Zeitungsinterview. Er könne nur beraten. Wirklich zu melden habe er nichts, sagt der Dipl-Ing. (FH) Architekt und vereidigte Sachverständige für Denkmalpflege. Interessenskonflikte sieht er nicht. „Die Zukunft der Altstadt ist wacklig“ und der Verein Alt-Rothenburg habe „als Warner zu wenig getan“, beklagt er im Gespräch. weiterlesen

Verschlungene Glaubenspfade

Die Reformation in Rothenburg war kein gerader Weg – Reformator Teuschlein spielte eine Rolle
Verschlungene Glaubens-Pfade

ROTHENBURG – Es waren verschlungene Pfade zum neuen Glauben, zur Reformation in Rothenburg: Kein gerader Weg, wie es sich selbst im Stadtbild niederschlägt. Nur ein kleines Sträßlein ist es, dazu noch außerhalb der Altstadt gelegen. Doch ist er nicht unumstritten, der Weg, der im Südwesten Rothenburgs von der Erlbacher Straße abgeht und nach dem Reformator Johann Teuschlein benannt ist.
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Behutsame Sanierung des Anwesens Judengasse 14 vorgestellt
Junges Leben in alten Mauern
bhi, 15.09.2008

ROTHENBURG – Obwohl das Haus in der Judengasse mit der Nummer 14 im Torbogen noch alle Anzeichen archäologischer Forschungsarbeit zeigt, weht schon ein ahnungsvoller Hauch von zukünftiger Behaglichkeit durchs Erdgeschoss und die zwei Stockwerke.
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Es plätschert wieder am Kapellenplatz

Diesen Sommer war der Seelhausbrunnen an der Reihe restauriert zu werden
migu, 01.10.2008
ROTHENBURG – Mehr als 40 Brunnen sind Teil des mittelalterlichen Stadtbilds von Rothenburg. Mit dem Seelhausbrunnen am Kapellenplatz ist diesen Sommer wieder einer der acht prunkvollsten Wasserspender restauriert worden. Mit dem Ergebnis ist Karl Ilgenfritz vom Bauamt sehr zufrieden.
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Zur Zeit ein bisschen Funkstille

Verein Alt-Rothenburg fühlt sich in „Bausachen“ zu wenig eingebunden
sis, 06.06.2008

ROTHENBURG – Nicht ohne Sorge betrachtet Alt-Rothenburg die Entwicklung der Altstadt. Vorsitzender Bernhard Mall warnte in der Jahreshauptversammlung vor den Gefahren einer gastronomisch-gewerblichen Umnutzung von Wohnraum. „Bausachen“ will der Verein in Zukunft wieder stärker in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit rücken.
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Ein Mann von Welt

© Richard Wagners Foto-Nachlass im Reichsstadtmuseum

ROTHENBURG – Er war aus dem Holz des vornehmen Originals geschnitzt, in Rothenburg verwurzelt und doch nie dort zu Hause, wo enge Gassen in Engstirnigkeit münden. Richard Wagner dieserorts vorzustellen hieße, Eulen nach Athen zu tragen. Bis ins hohe Alter von knapp 100 Jahren galt der Geschäftsmann den Einheimischen als feste Größe. Er pflegte den Café-Besuch ebenso wie den abendlichen Schoppen. Für den typischen „Steggelesprivatier“ allerdings wirkte er zu mondän. Eher umgab ihn die Aura eines englischen Lords, was sich schon auf Porträts aus jüngeren Tagen nicht übersehen lässt.
hd, 17.03.2008
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Großer historischer Gewinn

Die Titelseite der neu erschienenen Publikation des Vereins Alt-Rothenburg.

Rothenburger Wappenbuch im Rathaus vorgestellt
sis, 17.12.2007

ROTHENBURG – Eine wichtige Quelle zur Rothenburger Stadtgeschichte wird mit dem optisch ansprechend gestalteten Buch „Patrizier und Ehrbare“ von Professor Dr. Karl Borchardt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Da die in Rothenburg ratsfähigen Geschlechter Heiratsverbindungen hatten zu angesehen Familien in anderen Städten Frankens, dürfte das in der renommierten Reihe der Ergänzungen zu Johann Siebmachers Großem Wappenbuch aufgenommene Werk auch über Rothenburg hinaus Aufmerksamkeit erregen.
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Ein übles Licht auf die Perle des Mittelalters

Verein Alt-Rothenburg spart nicht mit Kritik an der Verwaltung
diba, 27.04.2007

ROTHENBURG – Einmal im Jahr erhebt der Verein Alt-Rothenburg besonders kritisch seine Stimme: im umfassenden Bericht des Schriftführers Dr. Richard Schmitt. Auch diesmal hat er wieder einige heiße Eisen unverblümt angesprochen. In der Denkmalpflege bleibe oft nur „ein Nachkarteln“, weil man von der Stadt nicht informiert werde. „Denkmalpflege darf kein Lippenbekenntnis bleiben“ betont der Vorstand und mahnt zur Vorsicht bei der Stadtentwicklung.
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Kritik an Stadt in Sachen Brauhaus

Prof. Dr. Karl Borchardt (v.li), Dr. Helmut Möhring (neuer Stellvertreter), Vereinsvorsitzender Bernhard Mall, Kassier Peter Nedwal und Schriftführer Dr. Richard Schmitt. © Jochen Ehnes

Dr. Möhring neuer zweiter Vorsitzender des Vereins Alt-Rothenburg
eb/fa, 24.04.2007

ROTHENBURG – Bis auf eine Veränderung geht der Verein Alt-Rothenburg nach den Wahlen mit der bisherigen Mannschaft in die nächsten zwei Jahre. Auf der Hauptversammlung im Gasthof „Rappen“ wurden die aktuellen Themen angesprochen.
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Das Reichsstadtmuseum hat 2009 einiges vor

Mit neuen Aktionen frische Impulse setzen
ROTHENBURG – Mit weiteren Bemühungen möchte das Reichsstadtmuseum im kommenden Jahr seine finanzielle Situation verbessern. Das kündigt Museumsleiter Dr. Hellmuth Möhring an. Größere Sonderausstellungen gehören ebenso zum Programm wie eine ganze Reihe weiterer Schritte, die mehr Aufmerksamkeit und Zuschauer und damit auch mehr Einnahmen ins Haus bringen könnten.
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Fragen zum großen Bürgermeister Rothenburgs

Teil 1 von 3 | Quelle: Fränkischer Anzeiger| Datum: k.A.

Ein Paradebeispiel für den Aufstieg?

ROTHENBURG – Ist Heinrich Toppler das Paradebeispiel dafür, wie man es auch im Mittelalter nur mit seinen eigenen Stärken aus dem Nichts zu etwas bringen konnte? Das ist eine der großen Fragen um diesen legendären Bürgermeister, der Rothenburg an der Schwelle zum 14. Jahrhundert zu Macht, Einfluss und Größe verhalf. Ab kommendem Freitag begegnet er uns wieder: auf der Bühne im Toppler-Theater. Anlass genug, um jetzt auf einen Vortrag von Dr. Ludwig Schnurrer beim Verein Alt-Rothenburg zurückzukommen.

„Toppler hätte in der Freien Reichsstadt Ulm nie Bürgermeister werden können. Das dortige Patriziat war um 1350 bereits so stark abgeschottet, dass er als Emporkömmling keine Chance gehabt hätte in den Bereich der ratsfähigen Familien einzudringen! Auch nicht in Nürnberg!“ So hatte Stadtarchivar Oliver Fieg bei der Diskussion unterstrichen.
„Heinrich Toppler als Wirtschafter“ war das Thema, mit dem sich Dr. Schnurrer bei seinem Vortrag auseinandersetzte. Allein mit Zielstrebigkeit, Ausdauer und der nötigen Härte zu großem Reichtum und damit zu Ansehen – Toppler sei der Modellfall für einen ökonomischen Aufstieg, der den sozialen und politischen einschloss.

In allen Reichsstädten habe es solche Beispiele und wohlhabende Bürger gegeben, ähnlich vermögend wie Toppler, oft aber viel reicher noch, wie etwa in Augsburg Jakob Fugger den Älteren, „den Reichen“, der sogar Weltpolitik betrieb. Topplers Salbuch mit der Auflistung seiner grundherrlichen Besitzungen und den Gewinnen daraus zeigt, wie sich der Bestand mehrte und mehrte, allerdings nur schlaglichtartig, denn für genaue Erkenntnisse fehlt der lückenlose Verlauf. Dr. Schnurrers jüngster Toppler-Vortrag schloss dort an, wo er 2008 über den Werdegang Topplers von dessen 14. bis zum 21. Lebensjahr geendet hatte. Der junge Mann lebt ab 1365 im Haus seiner Schwester Margarethe in der Oberen Schmiedgasse, das er übernimmt. Sein vom Vater ererbtes eher kleines Vermögen sowie die spärliche Mitgift seiner ersten Frau Barbara Spengler verwendet er vor allem dazu in seinem Haus „Zum Güldenen Greifen“ eine Gastwirtschaft einzurichten und sie durch Ankauf von Nebengebäuden und Grundstücken zu einem repräsentativen Sitz auszubauen.

Nach der Neugestaltung des „Greifen“ legt Toppler in der Stadt seinen „Bauhof“ an, einen Großhof mit viel Gesinde. Dieser lag vermutlich im Bereich des Hohennersturms und des Kreuzerhofs etwa an der Millergasse, die früher Ledergasse hieß. Er erbringt gute Gewinne, die zusammen mit denen aus dem Wirtshaus und einigen inzwischen schon angeschafften anderen landwirtschaftlichen Anwesen meist zum Kauf neuer Güter verwendet werden – jetzt auch ausgreifend in die gesamte Region.

Mit Heirat zu hohen Ämtern

1380 gestattet ihm die hohe Mitgift seiner zweiten Frau Barbara Wernitzer, einzige Tochter einer der ältesten, reichsten und angesehensten Patrizierfamilien Rothenburgs, seinen Güterbesitz beträchtlich zu erweitern und auf lukrative Erbschaften zu hoffen. Gleichzeitig eröffnet ihm diese Heirat den Zugang zu höchsten politischen Ämtern.
Ziemlich bald nennt Toppler eine riesige Grundherrschaft mit gewaltigen Einnahmen sein Eigen, durchaus vergleichbar mit den rittergutartigen Besitztümern von Großbürgern anderer Städte, z. B. den Nürnberger Patrizierfamilien Haller oder Pirkheimer, die Herrensitze auf dem Land haben. Als 1392 seine dritte Frau Margarethe Mayler aus Nördlingen 900 Gulden mit in die Ehe bringt, ist er darauf kaum mehr angewiesen, denn sein Vermögen hat sich mittlerweile ungeheuer vermehrt.

Im Salbuch-Eintrag vom März 1408, wenige Wochen vor seiner Verhaftung, weist Toppler zahlreiche Besitztitel in 117 Ortschaften mit ihren Gemarkungen aus.

Teil 2 von 3 | Quelle: Fränkischer Anzeiger| Datum: k.A.

Zweiter Teil des Toppler-Vortrags von Dr. Ludwig Schnurrer, gehalten beim Verein Alt-RothenburgLandhege war auch KornkammerROTHENBURG – Um seine zahlreichen Besitztümer geht es im zweiten Teil des Beitrages von Dr. Ludwig Schnurrer über Heinrich Toppler, den großen Bürgermeister der Tauberstadt. Er wurde schon vor längerer Zeit bei einem Abend im Verein Alt-Rothenburg gehalten.

Aus dem Referat:
Im Salbuch-Eintrag vom März 1408, wenige Wochen vor seiner Verhaftung, weist Toppler zahlreiche Besitztitel in 117 Ortschaften mit ihren Gemarkungen aus, gelegen in einem Rechteck von 40 Kilometern in Nord-Süd- sowie 33 Kilometern in Ost-West-Ausrichtung: 327 rein landwirtschaftliche Betriebe, davon 44 Großhöfe, 4 Halbhöfe, 230 Güter, 43 Gütlein, 4 Huben (Hufen), 1 Lehen (in Pacht) und 1 Seldenhaus (von einem Gut abhängig, Vorwerk); an gewerblichen Einrichtungen 7 Mühlen, 8 Weinhäuser oder Schänken, 2 Schafhöfe, 1 Schäferei, 2 Hirtenstäbe (Hirtenhäuser mit Einrichtungen und Werkzeugen), 1 Hirtenhaus, 2 Badstuben; außerdem besitzt er 31 Häuser ohne Grundbesitz, 23 Hofreiten (wüst gefallene Anwesen) sowie zahlreiche Weinberge, Obstgärten, Weiher („Seen“) und ausgedehnte Wälder.

Topplers Hab und Gut wird verwaltet von einer Art Kanzlei mit dem Kanzlisten an der Spitze, der den Schreibern vorsteht, den Hofmannen, den vielen hörigen Bauern, den zahllosen Arbeitern aller Couleur, den Knechten und Mägden, den Bereitern (auch Überreitern, die die Liegenschaften kontrollieren), den Gastwirten und Weinschenken – nicht wenige der Leute waren sogar Leibeigene Topplers. Einige der Kanzlisten sind namentlich bekannt, so Johann Metzholz von Leuzenbronn, später Geistlicher, oder Johannes Schumann von Gattenhofen.
Der Wert der jährlichen Getreideernten wechselt natürlich, doch sei zur Illustrierung ein Beispiel angeführt aus den festgehaltenen Daten für das Jahr 1408, die sich auf die Gülten beziehen, also auf die Gewinne aus Geld- und Naturalleistungen der im Dienste Topplers stehenden Leute; nicht erfasst sind im Salbuch Handlöhne und Zahlungen bei Veränderungen im Hauptrecht, d. h. bei Veränderungen im Gutsbesitz – stattliche Summen jährlich bei 350 Anwesen. 1408 erntet man in Maltern 482 an Korn (Roggen), 187 an Dinkel, 337 an Hafer, lediglich 5 an Weizen; ein Rothenburger Malter entspricht drei Zentnern, sodass bei dem damaligen Preis von rund 3 Gulden pro Getreidemalter allein für das Korn über 1440 Gulden erlöst werden, für die gesamten Getreideerträge über 5000! Hinzu zu rechnen sind die Gewinne aus den restlichen Naturalgülten, so aus immensen Mengen an Geflügel, Eiern, Käse, Butterschmalz; dann auch an Lämmern und anderem Vieh.

Da in Rothenburg im Gegensatz etwa zu Nürnberg oder Augsburg das im 14. Jahrhundert rasch zur Bedeutung gekommene, dort bereits stärker differenzierte Handwerk (noch) nicht wesentlich zur gesamten städtischen Wertschöpfung beiträgt, ist man als Mittelpunkt eines hauptsächlich agrarisch ausgerichteten Gebiets natürlich in erster Linie auf Getreideproduktion und -handel eingestellt. Der Kernbereich der (später so genannten) Landhege weist Böden von meist guter bis mittlerer Qualität auf (Muschelkalk bzw. Lösslehm auf Keuper), die einen höher wertigen Ackerbau und gute Wiesenwirtschaft erlauben; wo – etwa im Vorland und am Anstieg der Frankenhöhe – schlechtere Keuperböden und -hänge vorhanden sind, betreibt man seit Alters ausgedehnte Schaf- und Ziegen-Weidewirtschaft.

Gehandelt wird auch mit Wein, Wolle, Vieh und Pferden in jeweils größeren Mengen. Toppler kontrolliert mit Sicherheit den Hauptteil dieser Handelsvorgänge – außer dem mit Wein. Wein baut man an allen nach Süden geöffneten steileren Hängen an und erzielt relativ hohe Erträge. Der Bürgermeister verkauft seine Weine, darunter z. B. die von den Hängen über der Fuchsenmühle (früher „Weingartsmühle“) und über dem Rosental (wo das Topplerschlösschen steht), im „Güldenen Greifen“, in den Weinschänken der Dörfer und auch privat an Bürger, denn Wein ist wichtig für die menschliche Nahrungshygiene, tötet er doch Pilzkulturen im Trinkwasser ab. Eine Notiz lässt darauf schließen, dass Toppler sogar noch Wein zukauft.

Gute Gewinne

Guten Gewinn erbringen zudem die Verkäufe an Bau- und Brennholz aus den Topplerschen Wäldern auf zirka 990 Morgen Fläche (460 ha), wovon der größte geschlossene Teil um das Gut Sengelhof mit 250 Morgen liegt. Laubholz zu Bauzwecken liefert er u. a. an nachbarliche Kleinresidenzen.

Ein weiterer lukrativer Handelszweig ist der mit Fischen. Um Rothenburg wird gerade um 1400 die Teichwirtschaft immer stärker betrieben. Toppler lässt mehrere neue „Seen“ (Weiher) anlegen, z. B. einen zwischen Speierhof und Schönbronn. 1408 besitzt er 14 Fischweiher – teilweise seinen Großhöfen zugeordnet.

Der Absatz ist nicht nur durch die Fülle der hiesigen geistlichen Institutionen gesichert – das strikte kirchliche Fastengebot gilt für alle. Von den 900 Karpfen und 300 Hechten, die man 1402 allein im Speierhofer Weiher erntet, gehen viele Exemplare nach Nürnberg zum Burggrafen.

Bildunterschrift: Dr. Ludwig Schnurrer bei seinem Vortrag (Glocken-Kelter) als profunder Kenner von Toppler. Foto: Jochen Ehnes

Teil 3 von 3 | Quelle: Fränkischer Anzeiger| Datum: k.A.

Dritter Teil und Schluss des Toppler-Referates von Dr. Ludwig Schnurrer bei „Alt-Rothenburg“

Ein Macht- und Karierrepolitiker

ROTHENBURG – Um das erfolgreiche Wirtschaften mit seinen Besitztümern und dem Getreidehandel ging es u.a. im zweiten Teil unseres Toppler-Beitrages. Zum Abschluss geht der Autor Dr. Ludwig Schnurrer als profunder Toppler-Kenner nun auch auf seine politische Entfaltung ein, die zu seiner Wirtschafts- und Machtpolitik gehört. Das Theaterstück zu Heinrich Toppler hat am morgigen Freitag „Wiederaufnahme-Premiere“ im nach dem großen Bürgermeister benannten Theater.

Aus dem Vortrag: Rothenburg und sein Umland bis weit in die Region hinein gelten schon vor Toppler als eines der wichtigsten Schafzucht-Gebiete im süddeutschen Raum. Eine ganze Kette von Berufstätigkeiten ist mit der Schäferei verbunden: Vom Hirten und dem Melker und Käser, über den Scherer, den Wollfärber, den Spinner und Weber bis hin zum Metzger und schließlich zu Weißgerber und Kürschner. Wolle lässt der Bürgermeister in eigenen Scheunen trocknen und lagern. Zwei große Schafhöfe (Reubach, Equarhofen) besitzt er, dazu eine Schäferei, zwei Hirtenstäbe (Traisdorf, Reubach), ein Hirtenhaus sowie etliche kleinere Huteinheiten mit den jeweils zugehörigen Arbeitskräften.

Schaffleisch und Wollhandel

Die Wolle, auch zugekaufte, wirft er dann auf den Markt, wenn er einen günstigen Preis dafür herausschlagen kann. Schaffleisch wird oft auch in benachbarte Reichsstädte geliefert, zudem über die Nord-Süd-Handelsroute bis in die norditalienischen Zentren.
Rinderhandel ist nicht belegt, doch hier gezüchtete Schweine treibt man z. T. über weite Strecken, so der Metzger Konrad Dobler 1383 eine Herde bis ins Elsaß. Einträglich gestaltet sich auch Topplers Handel mit Unschlitt, einem begehrten billigen Grundstoff für Kerzen, die sich Ärmere ebenfalls leisten können. Außerdem dient er als Ausgangsmaterial für Schmier- und Gleitmittel z. B. in den Transportwagenparks der aufstrebenden Kaufmannsgilden.

Das besondere Verhältnis von Toppler zu Pferden belegt eine Aufzeichnung von 1398 über eine Pferdemusterung in Rothenburg. Er treibt die besten und damit teuersten Pferde auf, wie es dem reichsten Mann als Statussymbol auch zukommt. Oft bringt er lange Zeit im Sattel zu, denn gute Reitpferde sorgen für rasche Mobilität und die braucht er für seine Kontrollritte, vor allem aber für seine diplomatischen Missionen nach z. T. weit entfernten Städten. Verbrieft ist ein Verkauf von elf seiner edlen Pferde in Frankfurt am Main 1396, wie er denn die Messen dort immer wieder mit Pferden und Gütern beschickt. Pferde sind als Geschenke oder auch als Bestechungsgut („Handsalben“) höchst willkommen. Graf Hans von Hohenlohe z. B. erhält Pferde für die Vermittlung von Lehenshöfen bei Steinach/Ens für Toppler.

Eine Vielzahl kleinerer und kleinster Gülten (etwa die jährliche Abgabe eines halben Huhns) vervollständigt die Einnahmensliste. Dass er Häuser und Wohnungen vermietet, ist urkundlich erwähnt. Doch hat er noch ein zweites höchst lukratives Standbein: Er leiht wie alle wohlhabenden Grund- und Handelsherren Gelder aus – oftmals der Vaterstadt; so 1383, als sie die ausgedehnte Herrschaft Nordenberg der erloschenen Familie der Reichsküchenmeister erwirbt, aber nicht genug Geld hat den Kaufpreis von 7000 Gulden zu entrichten. Toppler schießt rund 20 Prozent der Kaufsumme (1425 Gulden) den von den Bürgern gezahlten Steuergeldern zu, und zwar gegen grundherrliche Rechte, die ihm rentabler noch erscheinen als die Zinszahlungen. Geldgeschäfte mit seinen illustren Finanzpartnern eröffnen ihm den Einstieg in den Fernhandel, auf der Nord-Süd-Route zum Brenner und nach Oberitalien, auf der West-Ost-Route nach dem Elsaß und nach Böhmen. Der Reichtum wächst und wächst.

Einheirat als Schachzug

Weil dazu noch verwandtschaftliche Bande zu angesehenen Patrizierfamilien außerhalb Rothenburgs kommen, nach Nördlingen durch seine dritte Frau und nach Nürnberg, wo er zwei seiner Kinder ins vornehme Patriziat einheiraten lässt, wachsen sein soziales Prestige und sein politisches Renommee mit. Stets weiß er bei Regierungsgeschäften und diplomatischen Diensten auch seine privaten Interessen unterzubringen.

Und die Heimatstadt profitiert von seinen Beziehungen, seinem Verhandlungsgeschick, seinem bald weit reichenden Einfluss in vorher ungeahnter Weise. So wie er seine eigene steile Karriere systematisch, zielstrebig, manchmal auch skrupellos voran treibt, so sehr ist er darauf bedacht die Heimatstadt mit ihrem Landbesitz zu einem möglichst umfangreichen und politisch möglichst starken Gebilde werden zu lassen. Beide Triebkräfte sind nicht voneinander zu trennen.

Das Territorium nimmt vor allem in den 23 Jahren zwischen 1383 und 1406 immens zu und wird zu einem kompakten Gebiet von rund 400 Quadratkilometern mit einer Grenzlänge von gut 120 Kilometern. Es sind die Amtsjahre Heinrich Topplers. Auch der verheerende Burggrafenkrieg 1407 kann daran kaum etwas ändern. Die Konsolidierung Rothenburgs nach außen macht eine weitere innere Erschließung seines Territoriums möglich: Rothenburg wird immer mehr zum Zentrum eines agrarisch bestimmten Mittelstaats – ein Zustand, der sich bis Ende des 19. Jahrhunderts kaum verändert.
Freilich erzeugt eine solch blendende Karriere wie die des großen Bürgermeisters Neid und Missgunst, die Behandlung manch eines seiner Widersacher auch Hass und Rachegelüste. Toppler aber ist nicht nur der raffgierige Egoist, der politische wie wirtschaftliche Konkurrenten unnachgiebig verfolgt. Zahlreiche Stiftungen von z. T. umfangreichen Liegenschaften für die kirchlichen Institutionen, für Klöster und Spital; dazu die täglichen Messen in St. Jakob, zu lesen durch mittellose Kapläne, die Ausgaben für Armenpflege und anderes mehr beweisen sein Verantwortungsgefühl auch für ärmere und arme Mitbewohner.

Familie gut versorgt

Nach Topplers Tod bleibt der riesige Besitz zunächst bei der Familie, obwohl es natürlich viele gelüstet, ihn oder wenigstens Stücke davon zu konfiszieren, wohl auch den deutschen König Ruprecht von der Pfalz. Doch hat Toppler vorgesorgt: Auf geheimen Wegen ist ein Großteil des vorhandenen Geldes und Goldes, des Schmuckes und anderer Wertsachen nach Nürnberg gelangt zu den Familien seiner Kinder dort, die er in die vornehme Sippe der Haller hat einheiraten lassen. Zusätzlich können sie Eigentumsrechte an Rothenburger Ländereien nachweisen.Den ansehnlichen Rest beschlagnahmt die Stadt Rothenburg. Nach einer gewissen Zeit lässt sie den Erwerb durch Rothenburger Bürger zu. Die weiter entfernten Besitztümer, etwa im Uffenheimer Gäu, werden – soweit sie nicht den Nürnberger Familien gehören – später abgestoßen. Doch auch die Nürnberger entledigen sich ihrer Güter im Heimatraum in relativ knapper Frist. Das grandiose „Imperium“, das Heinrich Toppler Stück für Stück aufgebaut hat, überdauert seinen Tod nur eine kurze Zeit.

Bildunterschrift: Toppler-Grabstein in der St.-Jakobs-Kirche.

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