Buchbesprechungen

Unsere Bücher müssen an die frische Luft...

Hier gibt es noch einige wertvolle Restbestände und ganz neue Bücher rund um die Geschichte Rothenburgs und seiner Umgebung.

In dieser Rubrik stellen wir Ihnen unsere u.a. Publikationen vor, die sich mit der Geschichte der Stadt Rothenburg ob der Tauber und seiner Umgebung beschäftigen.

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Viel Spaß dabei.

Aktuelle Literatur

Ulrich Herz - Ernst Unbehauen

Mit einem Klick auf die Grafik kommen Sie direkt auf den Bericht des "Fränkischen Anzeigers"

Klappentext zu Ernst Unbehauen

Mit Ernst Unbehauen nimmt der Autor Ulrich Herz eine durchaus umstrittene Persönlichkeit des Rothenburger Kulturlebens im 20. Jahrhundert ins Visier, stehen neben seinen zahlreichen Verdiensten um das kulturelle Fortwärtskommen seiner Heimatstadt Rothenburg ob der Tauber doch auch gravierende Verfehlungen aus der Zeit des Nationalsozialismus zu Buche. Ambivalent ist Unbehauen nicht zuletzt auch deshalb einzuschätzen, weil er sich immer im öffentlichen Raum bewegte, seine durchaus umstrittenen Positionen klar, in oft polarisierender Weise und bisweilen in aggressivem Tonfall vertrat, dabei allerdings stets auf das – vermeintliche – Wohl der Tauberstadt bedacht war.

Ernst Unbehauen

Diese Büste steht in Anerkennung seiner Arbeit für den Meistertrunk im Historiengewölbe in Rothenburg ob der Tauber (Foto: JoE)

Die selbstbewusste, lautstarke Art seines Auftretens und seine zahlreichen öffentlichen Auftritte, oft als Sprachrohr von örtlichen Vereinen, Gruppierungen oder als städtischer Repräsentant lassen hinter Unbehauens Biographie immer wieder die Geschichte Rothenburgs im 20. Jahrhundert aufleuchten und bieten manch überraschenden Einblick in ein bislang noch nicht genügend erforschtes Stück Rothenburger Zeitgeschichte. Bei aller Individualität dieser eigenwilligen Persönlichkeit zeigt sich jedoch auch, dass Ernst Unbehauens Biographie über weite Strecken durchaus repräsentativ für Lebenswege der damaligen Zeit im westlichen Mittelfranken war.

Zum Autor:

Ulrich Herz

recherchierte intensiv über das Leben seines Großonkels Ernst Unbehauen (Foto: Jochen Ehnes)

Ulrich Herz, geb. 1957, unterrichtet am Georg-Wilhelm-Steller-Gymnasium die Fächer Latein und Geschichte.


Maler und Mensch Ernst Unbehauen ist im örtlichen Buchhandel und im Stadtarchiv zum Preis von 9.50 Euro erhältlich.

Weitere Buchbesprechungen

Rothenburger im Mittelalter

© Fränkischer Anzeiger

Auf den Spuren d. Fürsten Schwarzenberg in Franken

Jesko Graf zu Dohna/Robert Schuh (Hrsg.)
Auf den Spuren der Fürsten Schwarzenberg in Franken
Verlag LAG Südlicher Steigerwald 2006, 176 Seiten
ISBN 3-89014- 253-2.

Der Kulturpfadführer kann auch bestellt werden bei:
Lokale Aktionsgruppe Südlicher Steigerwald
Hauptstr. 3
91443 Scheinfeld
Tel. 09162-923157

E-Mai
Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Südlicher Steigerwald e.V.


Hintergrund
"Studenten schreiben Reiseführer"

Kulturpfad "Auf den Spuren der Fuersten Schwarzenberg in Franken" eröffnet.

Im Sommersemester 2005 wurde durch die beiden Lehrbeauftragten Dr. Robert Schuh und Jesko Graf zu Dohna M.A. am Lehrstuhl fuer bayerische und fränkische Landesgeschichte eine Übung mit dem Titel: "Die Fürsten zu Schwarzenberg. Projektseminar zur Erarbeitung eines Kulturreiseführers" angeboten. Von den rund 20 Studenten wurde nicht nur verlangt, ein Referat zu einem Thema aus der schwarzenbergischen Geschichte zu halten, sondern auch mindestens einen Ortsartikel in dem Reiseführer zu übernehmen. Zu diesem studentischen Autorenkreis kamen noch einige bekannte Landeshistoriker und Heimatforscher hinzu und so hatte bald jeder der 54 Kulturpfadorte seinen Bearbeiter.

Die gefürstete Grafschaft Schwarzenberg wurde 1806 durch die Rheinische Bundesakte dem Königreich Bayern zugeschlagen. Damit endete die über 600jährige Herrschaftsgeschichte der Familien Seinsheim und Schwarzenberg über eine Vielzahl von Dörfern, Burgen und Städten. Wie in Franken üblich, zog sich das Schwarzenberger Gebiet nicht in einem zusammenhängenden Territorium sondern in einem bunten Fleckenteppich von der Stammburg Schwarzenberg bei Scheinfeld im Steigerwald bis nach Marktbreit und die Mainschleife um Volkach am Maindreieck. Die fränkische Besonderheit der kleingliedrigen, eng ineinander verzahnten Herrschaften führte zu einem ungewöhnlichen Reichtum an prägnanten Gebäuden, Kirchen, Schlössern und kulturellen Schätzen auf engstem Raum, die in dem Reiseführer beschrieben werden.

Der Kulturpfad (www.kulturpfad-schwarzenberg.de) ist auch ein Begleitprogramm zur in Nuernberg stattfindenden Bayerischen Landesausstellung "200 Jahre Franken in Bayern". 22 Gemeinden mit 54 Orten aus der ehemaligen gefürsteten Grafschaft Schwarzenberg schlossen sich gemeinsam mit den beiden Lokalen Aktionsgruppen "Südlicher Steigerwald" und "Z.I.E.L. Kitzingen e.V." zusammen um die sie verbindende Geschichte auf dem ca. 200 km langen Kulturpfad aufzuzeigen.

Diese Information wurde übernommen von:
Dr. Andreas Otto Weber M.A.
wissenschaftlicher Assistent
Kreisheimatpfleger des Landkreises Forchheim
Lehrstuhl für Bayerische und Fraenkische Landesgeschichte
Institut für Geschichte Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nuernberg Kochstr. 4/BK13
91054 Erlangen
(0049) 09131-8522078 (direkt), 09131-8522367 (Sekr.)

Das "Judenbuch III der Reichsstadt Rothenburg

Claudia Steffes-Maus
"Das "Judenbuch III" der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber," Campana pulsante convocati, Festschrift anläßlich der Emeritierung von Prof. Dr. Alfred Haverkamp, hgg. Frank G. Hirschmann u. Gerd Mentgen (Trier 2005), 545-561.

Der rothenburgische Archivar Johann Ludwig Vogtmann faßte zwischen 1674 und 1684 die Juden betreffenden Akten der Reichsstadt in drei Bänden zusammen, heute StaR A 840/I, 840/II und 840/III. Der dritte Band enthält eine vom Stadtschreiber geführte, bis auf drei Jahre lückenlose Bürger- und Steuerliste in Rothenburg lebender Juden von 1432 bis 1519, d.h. bis zur Ausweisung der Juden aus der Reichsstadt.

Vor 1432 hatte man den Juden eigene Urkunden ausgestellt über die Aufnahme ins Bürgerrecht. Jetzt begnügte man sich in der Regel mit dem Eintrag in die Liste. Sie enthält darüber hinaus auch Geleitsbriefe, wenn Juden ihre Toten auf dem Judenkirchhof in Rothenburg begraben oder länger als zwei Wochen in Rothenburg sich aufhalten wollten. Die Auswertung dieser Quelle wird Gegenstand der von der Autorin vorbereiteten Dissertation sein. Die Namen und Daten zu den Juden in Rothenburg werden dabei vernetzt und abgeglichen mit entsprechenden Quellen zu Juden in anderen Orten, was innerhalb eines von Alfred Haverkamp in Trier betriebenen Forschungsschwerpunktes interessante neue Aufschlüsse ermöglicht.

Wenn der Rabbi Jakob Leb von Eichstätt, der von 1456 bis 1466 in Rothenburg lebte und seit 1457 auch in Würzburg als Judenmeister für das ganze Hochstift eingesetzt war, in seiner Talmudschule zu Rothenburg statt gewöhnlich 20 bis 30 Schülern im Jahre 1457 sogar 90 Studierende unterrichtete, dann kann dies wohl mit einem zu dieser Zeit bereits seit sieben Jahren schwelenden Rabbinerstreit in Nürnberg zwischen David Sprinz und David Schweinfurt erklärt werden; vielleicht verbrachten David Sprinz und seine Schüler ihr kurzfristiges Exil in Rothenburg.

Seit 1478 wurden die Bedingungen für die Aufnahme der Juden ins Bürgerrecht verschärft. Die endgültige Ausweisung der Juden 1519, die in Rothenburg viel später als anderwärts erfolgte, kündigte sich an.

Die Herren von Lobdeburg

Karl Borchardt
"Die Herren von Lobdeburg,"
Hochmittelalterliche Adelsfamilien in Altbayern, Franken und Schwaben, hgg. Ferdinand Kramer u. Wilhelm Störmer, Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte 20 (München 2005 [2006]), 473-506.

Burg und Stadt Rothenburg sind bekanntlich Gründungen der Staufer. König Konrad III. (reg. 1138-52) tauschte vom Stift Neumünster in Würzburg 1142 jenen Bergrücken oberhalb von Detwang ein, auf welchem er die neue Burg Rothenburg erbaute. Östlich vor der Burg entstand im Anschluß daran die Stadt. Konrads Sohn Friedrich, der 1167 starb, machte Rothenburg zu einem staufischen Herrschaftsmittelpunkt in Franken und wurde deshalb mitunter Herzog von Rothenburg genannt. Erst nach Friedrichs Tod konnte Kaiser Friedrich Barbarossa 1168 dem Bischof von Würzburg herzogliche Rechte in seinem Bistum verbriefen. Das Bistum Würzburg sah gewöhnlich die Staufergründung Rothenburg als territorialpolitische Konkurrenz. Darum arbeiteten viele politisch Verantwortliche im Bistum Würzburg mit Adelsfamilien in Franken zusammen, die den Staufern ablehnend bis feindlich gegenüberstanden.

Die wichtigste dieser Adelsfamilien waren die Herren von Lobdeburg. Sie stammten ursprünglich aus dem Ries. Ihr Ahnherr Hartmann nannte sich 1129 nach der Burg Alerheim und 1133 anscheinend nach Auhausen, wo die Familie ein Benediktinerkloster gestiftet hatte. Kaiser Lothar III. (1125-37) sowie die welfischen Herzöge von Bayern Heinrich der Schwarze und Heinrich der Stolze, die mit den Staufern zu kämpfen hatten, sorgten dafür, daß die Söhne Hartmanns als ihre Parteigänger in Mitteldeutschland und am Mittelrhein Positionen erlangten. Am Mittelrhein war die Familie im Bistum Speyer an der Gründung des Klosters Eußerthal beteiligt, konnte sich aber nicht halten. Dauerhaft blieben die Nachkommen Hartmanns hingegen in Mitteldeutschland ansässig, im Bereich des Bistums Naumburg, wo sie sich seit 1166 nach der Lobdeburg bei Jena nannten.

Um die Verbindung zwischen dem neuen Herrschaftsgebiet in Mitteldeutschland und dem Stammraum im Ries zu festigen, interessierten sich die Lobdeburger für das Bistum Würzburg. Otto von Lobdeburg wurde 1207-23, sein Neffe Hermann von Lobdeburg 1225-54 Bischof von Würzburg. Ottos Bruder Hartmann gründete südlich von Rothenburg ein Frauenkloster bei Hausen am Bach, das nach einigen Jahren wieder einging, aber Ende des 13. Jahrhundert wiederbegründet wurde und den Namen Bruderhartmann führte. Ottos Bestätigungsurkunde redet von seinem Bruder Hartmann, und daraus entstand die Legende von einem frommen Einsiedler Bruder Hartmann als dem angeblichen Klosterstifter. Mit den Herren von Schillingsfürst und von Wahrberg dürften die Lobdeburger verwandt und befreundet gewesen sein. Die Burg Schillingsfürst darf man als Gegenposition zu dem staufischen Rothenburg werten. Daß Bischof Hermann von Lobdeburg 1234/35 den jungen König Heinrich (VII.) beim Aufstand gegen dessen Vater Kaiser Friedrich II. unterstützte, brach die Macht dieser Adelsgruppe im Rothenburger Raum. Schillingsfürst wurde von den Hohenlohe übernommen, die Lobdeburger mußten sich endgültig auf ihre mitteldeutschen Positionen beschränken.

Baden-Württemberg – Das Land in seinen Kreisen

bearb. von der Abteilung Landesforschung und Landesbeschreibung des Landesarchivs Baden-Württemberg, hg. vom Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Schwäbisch Hall, 2 Bde., Bd. 1: Tl. A Der Landkreis Schwäbisch Hall Strukturen und Entwicklung, Tl. B Die Gemeinden, Historische Grundlagen und Gegenwart, Blaufelden bis Ilshofen, Bd. 2: Tl. B Fortsetzung, Kirchberg an der Jagst bis Wolpertshausen (Ostfildern: Thorbecke, 2005) ISBN 3-7995-1366-3

Die Reihe "Das Land in seinen Kreisen" bildet eine Art baden-württembergisches Pendant zu dem "Historischen Atlas Bayern". Allerdings vereinigt sie historische mit aktuellen Informationen. Als zwölfter Band in dieser durch aktuelle Sparmaßnahmen bedrohten Reihe erschien soeben in zwei Bänden der Landkreis Schwäbisch Hall. Jeder Band ist 607 Seiten stark und reich bebildert. Die fünf einleitenden Abschnitte bis S. 273 behandeln die Geographie, die Geschichte, die Siedlungen, die Wirtschaft sowie Religion, Sozialfürsorge und Bildung. Der Teil B geht auf die 30 Gemeinden ein, jeweils in drei Kapiteln, Topographie und Umwelt, Vielfalt der alten Ordnung bis 1803/10, Werden und Gestalt der modernen Gemeinde. Die Verhältnisse im Alten Reichen werden für die einzelnen Ortschaften ebenfalls systematisch nach einem strengen Schema in vier Kapiteln dargestellt, Herrschaft und Gemeinde, Siedlung und Gemarkung, Bevölkerung und Wirtschaft, Kirche und Schule.

Die klare Gliederung erleichtert den Vergleich und das Nachschlagen. Die durchweg farbigen, oft allerdings recht klein ausgefallenen Abbildungen machen Lust, die historischen Stätten aufzusuchen. Beigefügt sind zahlreiche Karten im Text und als lose Beilagen, darunter zur baulichen Entwicklung der Städte Schwäbisch Hall und Crailsheim im 19. und 20. Jahrhundert. Über die schon klassischen Oberamtsbeschreibungen Württembergs aus dem 19. Jahrhundert hinausführend liegt ein fundiertes Überblickswerk vor, das zahlreiche Bezüge über die in napoleonischen Zeiten gezogene Landesgrenze hinweg bietet. Der heutige Landkreis Schwäbisch Hall umfaßte außer der namengebenden Reichsstadt vor allem hohenlohische Residenzen wie Langenburg, Kirchberg an der Jagst, Schrozberg, dazu Gebiete der Schenken von Limpurg mit Gaildorf und der fränkischen Reichsritterschaft, unter anderem der Herrn von Vellberg und Wollmershausen.

Große Teile zählten bis 1806 zum zollerischen Markgraftum Ansbach, insbesondere die Amtsorte Crailsheim und Gerabronn. Im Nordosten reichte die Rothenburger Landwehr in das Gebiet hinein mit den Orten Spielbach, Leuzendorf, Gammesfeld, Hausen am Bach, Brettheim und Reubach. Aus fränkischer Sicht wäre sehr zu wünschen, daß außer dem bereits erschienenen Neckar-Odenwald-Kreis sowie den beiden in Arbeit befindlichen Titeln Hohenlohe-Kreis und Heilbronn auch der Main-Tauber-Kreis in der gleichen Weise dargestellt werden könnte.

Rothenburg - Schicksal einer Deutschen Landschaft

Nachdruck wieder erhältlich.
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Rebuilding the Middle Ages after the Second World

Joshua Hagen, "Rebuilding the Middle Ages after the Second World War: the cultural politics of reconstruction in Rothenburg ob der Tauber, Germany," Journal of Historical Geography 31 (2005), 94-112.

Rothenburg gilt als eines der attraktivsten Touristenzentren in Deutschland mit jährlich über 2,5 Millionen Besuchern. Vielfach wird jedoch nicht bedacht, daß über die Hälfte der alten Bausubstanz in Rothenburg 1945 zerstört wurde. Der Wiederaufbau nach 1945 war ein komplexer Prozeß, der bestimmt wurde zum einen von den für diese Zeit typischen Geisteshaltungen in Deutschland, zum anderen durch die tradierte Rolle Rothenburgs als eines Symbols für die bürgerlich-nationale Kultur Deutschlands und durch das ökonomische Interesse am Tourismus.

Solch unterschiedliche Einflüsse wirkten zusammen und ergaben ein insgesamt konsistentes Bild, obwohl auch Kontroversen und Inkonsequenzen nicht ausblieben. Diesen Vorgängen spürt der Autor nach, dessen Dissertation über die Entwicklung des Fremdenverkehrs in Rothenburg im 19. und 20. Jahrhundert demnächst bei Ashgate erscheint. Als Ergebnis seiner Überlegungen hält er fest, der Wiederaufbau habe einerseits die Bedeutung Rothenburgs als nationales Symbol für deutsche Kultur gestärkt, andererseits das kritische Bewußtsein für historische Veränderungen in der Öffentlichkeit eher beeinträchtigt.

Hier der Aufsatz als Download (pdf-file, Achtung 5MB)

Karl Borchardt,
Rothenburg ob der Tauber

100 Jahre Lokalbahn Rothenburg –Dombühl

Oliver Paul
100 Jahre Lokalbahn Rothenburg –Dombühl
(München 2005), 26 Seiten, Abbildungen
ISBN 3-9809568-3-0

Der Bau der Lokalbahn von Rothenburg nach Dombühl über Schillingsfürst wurde 1895 nach vielen Vorstößen und Eingaben vom bayerischen Landtag beschlossen, nach vollzogener Planung 1900 genehmigt und 1903 begonnen. Zu den Mitinitiatoren gehörte Chlodwig Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, 1894 bis 1900 deutscher Reichskanzler. Die 25,62 km lange Strecke wurde am 1. August 1905 offiziell in Betrieb genommen. Vom Kaiserreich bis zur Bundesrepublik spielte die Verbindung eine wichtige Rolle im regionalen Personen- und Güternahverkehr. Die Stillegung und der Rückbau der Bahnlinie zogen sich von 1971 bis 1994 hin. Das kleine Heftchen ist durch zahlreiche Abbildungen illustriert und gewährt einen konzisen Einblick in die bewegte Geschichte dieser Bahnstrecke. Erschienen ist es im PRO BAHN Verlag und Reisen GmbH, Schwanthalerstraße 74, 80336 München.

Karl Borchardt

Jahrbuch des Vereins Alt-Rothenburg e.V. 2004

Ralf Krüger, vor dem Hochaltarretabel der Jakobskirche am 5. März 2005.

Als Jahrbuch des Vereins Alt-Rothenburg e.V. 2004 ist soeben erschienen die 1996 an der Freien Universität Berlin abgeschlossene kunsthistorische Dissertation von Ralf Krüger, Friedrich Herlin: Maler und Altarbauunternehmer (Rothenburg ob der Tauber 2004) 273 S., 85 Abb., ISBN 3-927374-39-3, 11,80 EURO.

Friedrich Herlin zählt aufgrund seiner signierten und datierten Schreinaltäre in Nördlingen 1462, Rothenburg 1466 und Bopfingen 1482 zu den bekanntesten Künstlern des schwäbisch-fränkischen Grenzraumes im 15. Jahrhundert. Wahrscheinlich stammte Friedrich Herlin aus Rothenburg ob der Tauber. Gelebt hat er nachweislich von 1459 bis 1488 in Nördlingen, wo er mit Margarethe Berlin vermählt war. Das Ehepaar und seine Kinder sind auf einem Familienaltar von 1488 mit ihren Wappen abgebildet. Die Dissertation bietet einen Überblick und eine Würdigung des gesamten Œuvres aufgrund in den vergangenen Jahrzehnten verschiedentlich vorgenommener Untersuchungen anläßlich von Restaurierungen oder Ausstellungen. Nach dem neuesten Forschungsstand werden dabei die Zuweisungen von Altartafeln und Epitaphien erörtert sowie die möglichen Einflüsse durch Stefan Lochner, Rogier van der Weiden oder Hans Multscher diskutiert.

Eigene Kapitel sind dem Nördlinger Malerkollegen Friedrich Walther gewidmet, der anscheinend am Bopfinger Altar mitwirkte, und der Frage nach sogenannten Kryptoportraits, d.h. nach Personen in biblischen Szenen oder Heiligenlegenden, denen der Maler die Züge von Auftraggebern oder anderen Zeitgenossen verlieh. Wichtig ist Friedrich Herlin nicht zuletzt wegen seiner detailgenauen Stadtdarstellungen, z.B. der Marktplatz von Rothenburg ob der Tauber mit dem 1501 verbrannten Rathaus und im Hintergrund der Jakobskirche. Die bildliche Vergegenwärtigung von Städten war inzwischen Gegenstand einer von Bernd Roeck in Zürich 2003 organisierten Tagung des Südwestdeutschen Arbeitskreises für Stadtgeschichtsforschung, deren Referate gedruckt werden sollen. Die Dissertation von Ralf Krüger ist mit 85 vielfach farbigen Fotos illustriert, teilweise besorgt von Helmuth Möhring. Eine wichtige Persönlichkeit der oberdeutschen Kunstentwicklung des späteren Mittelalters wird durch die vorliegende Publikation der Öffentlichkeit in präziser, gut lesbarer Form nähergebracht.

Karl Borchardt

Crailsheimer Köpfe

Gerhard Seibold
Crailsheimer Köpfe: Eine Personengeschichte des 17. Jahrhunderts in Porträtdarstellungen
Crailsheimer Archivsplitter 2:
Quellen zur Crailsheimer Stadtgeschichte (Crailsheim 2004), 42 S., 7 Tafeln.

Skizziert und soweit möglich mit Bildern belegt werden in und bei Crailsheim tätige Persönlichkeiten zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert. Aufgrund der räumlichen Nähe ergeben sich dabei immer wieder Beziehungen zu Rothenburg. Beispielsweise gab der Pfarrer bei Heilig-Geist in Rothenburg Johann Georg Hartmann ein Bild seines 1668 als Superintendent in Pfedelbach verstorbenen Kollegen Michael Baumann in Auftrag. Ähnlich dedizierte der in Rothenburg praktizierende Arzt Dr. Johann Philipp Höchstetter seinem 1733 in Stuttgart verstorbenen Kollegen Rosinus Lentilius ein Schabkunstporträt. Die Liste ließe sich fortsetzen. Für das personale Netzwerk zwischen den fränkischen Städten, gleichgültig, ob es sich um Reichs- oder Landstädte handelte, enthält das Heft zahlreiche interessante Hinweise.

Interessenten können das Heft beim Stadtarchiv Crailsheim (Stadtverwaltung Crailsheim, Postfach 14 65, 74554 Crailsheim) oder im Buchhandel zum Preis von 9,80 € erwerben.

Karl Borchardt

Tipp zur Riemenschneiderausstellung 2004

Claudia Lichte (Hg):
Tilman Riemenschneider Werke seiner Blütezeit, Regensburg 2004
Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Mainfränkischen Museum Würzburg

Zwei Bände mit 383 bzw. 346 Seiten, zusammen 39.-€
Textauszüge mit Verbindungen Riemenschneiders zu Rothenburg.

Julien Chapuis:
Die Kunst Tilman Riemenschneiders Ursprung, Charakter, Wirkung

S. 26: Am 15. April 1501 unterzeichnete Riemenschneider ein Abkommen mit dem Rat der Stadt Rothenburg über die Anfertigung von Skulpturen für das Heiligblutretabel für den Westchor der Jakobskirche. Das Gehäuse des Retabels war 1499 bei dem örtlichen Schreiner Erhart Harscher in Auftrag gegeben worden und Riemenschneiders Skulpturen sollten in dieses eingepaßt werden. Sie wurden 1502, 1504 und 1505 geliefert und in das Retabel eingestellt... Die Jakobskirche war eine Pilgerkirche und das Retabel war als übergroße Monstranz für die Zurschaustellung der Heiligblutreliquie vorgesehen, die sich im Gesprenge in einem aus früherer Zeit stammenden, von zwei Engeln gehaltenen Kreuz befindet.

Wie das Retabel in Münnerstadt aus den Jahren 1490-1492 wurde auch das Heiligblutretabel ohne farbige Fassung ausgeführt. Die einzigen farbigen Elemente sind die schwarz bemalten Iriden und Pupillen der Augen und ein Hauch von Rot auf den Lippen und in den Wunden Christi. Nach ihrer Aufstellung erhielten die Skulpturen einen transparenten, leicht pigmentierten Überzug, der immer noch erhalten und nur etwas nachgedunkelt ist und dem Holz die Farbe des Bernsteins verleiht...

Trotz der Beschränkungen, die er sich durch die Besonderheit der Monochromie auferlegte, fand Riemenschneider andere, ebenfalls unserem unmittelbaren Erfahrungsbereich entlehnte Mittel, um uns in den Bann seines Retabels zu ziehen.

Kalden-Rosenfeld:
Tilman Riemenschneider und seine Förderer

S.114: Neben Riemenschneiders Gönner Lorenz von Bibra in Würzburg tritt die Stadt Rothenburg ob der Tauber als zweiter großer Auftraggeber für den Meister hervor...

Bereits in der Zeit vor 1490 muss Riemenschneider den Auftrag für das sog. Wiblinger Retabel bekommen haben. Dieses in Fragmenten erhaltene und um 1485-1490 datierte Kreuzigungsretabel stellt das früheste dem Meister zugeschriebene Werk dar, zu dem sich aber keine Urkunden erhalten haben.

Die Herkunft des Retabels aus einer Rothenburger Kirche steht außer Zweifel, ist seine farbige Fassung doch dem Rothenburger Maler Martinus Schwarz zuzuschreiben, der von 1485 bis mindestens 1506, wenn nicht 1508, Guardian des Franziskanerklosters war. Die von Kahsnitz 1997 vorgeschlagene Herkunft des Retabels vom Hochaltar im Ostchor der Rothenburger Franziskanerkirche ist überzeugend.

Dem sog. Wiblinger Retabel folgte 1501 bis 1504/05 das Heiligblutretabel für den Westchor von St. Jakob... In den Jahren 1505 bis 1506 schuf Riemenschneider ein heute verlorenes Annenretabel für die Marienkapelle der Stadt, zwischen1507/08 und 1509/10 erhielt er Zahlungen für ein Retabel auf den Allerheiligenaltar im Dominikanerinnenkloster, welches ebenfalls nicht erhalten ist.

Weiterhin ist das heute in der St. Peter und Paul-Kirche in Detwang befindliches Kreuzigungsretabel (um 1505-1508) zu Riemenschneiders Rothenburger Werken zu zählen, welches nachweislich aus einer Rothenburger Kirche stammt. In der Forschung werden die Michaelskapelle bei der St. Jakobskirche oder die Dominikanerinnenkirche als urprüngliche Aufstellungsorte vorgeschlagen. Schließlich wird noch die Schreindarstellung des Franziskusretabels in der ehemaligen Franziskanerkirche als möglicherweise in der Werkstatt Tilman Riemenschneiders entstanden diskutiert; das Retabel wird in die Zeit um 1490 datiert.

Die Vergabe der überwiegend bedeutenden Aufträge an den auswärtigen Schnitzer lässt auf das Fehlen gleichwertig befähigter Bildhauer in Rothenburg schließen. Hatten Städte eigene qualifizierte Schnitzer und Maler, waren die Stadträte in den meisten Fällen bemüht, die ortsansässigen Meister zu beschäftigen; lediglich zur Ausführung besonders repräsentativer Aufträge, gewöhnlich im Auftrag des Klerus, wurden die besten Meister, unabhängig von ihrer Herkunft, herangezogen. In Rothenburg sind zur Lebenszeit Riemenschneiders nur der ab 1512 dort ansässige Bildhauer Hans Elsesser und zwischen 1521 und 1526 Riemenschneiders ehemaliger Lehrknabe Hans Fries nachgewiesen...

Hans Westhoff:
Tilmann Riemenschneider – ein Meister der Stein- und Holzbearbeitung

S.165: Einige Holzbildwerke von Tilman Riemenschneider und seiner Werkstatt weisen eine für einen Schnitzer ungewöhnliche Bearbeitungstechnik auf. Es fällt auf, daß es sich dabei häufig um Bildwerke handelt, die als eigenhändige Arbeiten des Meisters gelten... Bei der linken Apostelgruppe des Heiligblutretabels in Rothenburg ob der Tauber sind Tisch und Bank mit aus dem Holzblock der Figuren geschnitzt, selbst die Tischbeine wurden nicht separat gearbeitet. Hierfür war ein Holzstück von mindestens 90 x 135 notwendig. Auch die Schächergruppe unter dem Kreuz aus dem Retabel in Detwang sind weitgehend aus einem Block geschnitten. Diese Vorgehensweise ist – wie gezeigt – für einen Bildschnitzer untypisch, denn er hätte ohne Probleme die herausragenden Partien separat arbeiten und dann andübeln können, was den Schnitzvorgang wesentlich vereinfacht hätte. Dagegen wäre einem Steinmetz in seinem Material eine Anstückung nicht möglich gewesen. Auch die Gestaltung der Haarlocken weist bei vielen Holzbildwerken Riemenschneiders auf eine aus der Steinbildhauerei übernommene Technik: Das Zentrum der Schneckenlocken wurde zumeist vorgebohrt, um dieses Loch wurde der Lockenverlauf spiralförmig mit einem Hohleisen eingeschnitten. Ein schönes Beispiel dafür sind die prachtvollen Lockenköpfe vom Heiligblutretabel.


Wolfgang Schneider:
Hans Fries von Mergentheim

S.203: Einen vagen Hinweis auf einen möglichen weiteren Aufenthaltsort bietet der Sterbeeintrag seines Sohnes. Als Herkunftsort gibt Lorenz Fries der Jüngere (Laurentius Frisäus) später immer Rothenburg ob der Tauber an... Der erste sichere Nachweis seit der Lehrzeit bei Tilman Riemenschneider datiert auf den 10. August 1521, als Hans Fries der bildschnitzer den Bürgereid der Stadt Rothenburg ob der Tauber schwor. Rothenburg als bedeutende Reichstadt mit einem großen Territorium und zahlreichen geistlichen Institutionen war natürlich an sich ein lohnenswertes Ziel, zumal die Stadt keine eigene Bildhauertradition entwickelt hatte. Für Hans Fries gaben aber eher persönliche Gründe den Ausschlag, heiratete er doch zu einem nicht bekannten Zeitpunkt um 1520 eine Tochter (Barbara?) des Rothenburger Bürger Ludwig Schwarz. Der Kontakt zu Rothenburg ist vermutlich über die Riemenschneider-Werkstatt geknüpft worden, denn Ludwig Schwarz war einer der Testamentarier und damit wohl ein Verwandter des Rothenburger Franziskanerguardians und Malers Martin Schwarz.

Das einzige Werk, das man bisher für Hans Fries diskutierte, ist der Marienkrönungsaltar in St. Jakob in Rothenburg, gewürdigt als eines der qualitätvollsten fränkischen Schnitzwerke der Epoche. Nach druckgraphischen Vorlagen Albrecht Dürers gestaltet, zeigt es Einflüsse von Tilman Riemenschneider, Hans Backoffen und Veit Stoß. Am überzeugendsten ist seine Datierung ist das dritte Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts, als Hans Fries in Rothenburg ansässig war. Auch wenn die zeitliche Nähe von Werk und Künstler verlockend ist, so ist die Diskrepanz zwischen dem gesicherten Röttinger Relief und dem Rothenburger Altar – bei einer grundsätzlichen Verwandtschaft – augenfällig, so dass eine Urheberschaft des Hans Fries ohne gesicherte Holzbildwerke von seiner Hand nicht in Betracht gezogen werden soll. Es stellt sich aber die grundsätzliche Frage, ob Hans Fries in Holz gearbeitet hat. Die Produktionsbreite seiner Lehrwerkstatt, die Bezeichnung "Bildschnitzer" wie auch der Nachweis einer gering bezahlten, damit wohl hölzernen Arbeit für das Würzburger Domkapitel lassen daran jedoch keine Zweifel bestehen.

Die Situation der auf fromme Stiftungen und kirchliche Aufträge angewiesenen Künstler und Handwerker um 1520 – nicht nur in Rothenburg – beleuchtet in aller Deutlichkeit die verzweifelte Bitte des Rothenburger Bürgers Leonhard Schreiner von 1524, der um den Auftrag für den neuen Predigtstuhl der St. Jakobskirche ansuchte, weil er sonst keinen Verdienst habe, da niemand mehr taffeln oder gotßgezierdt anfertigen lasse. Zudem fanden während Hans Fries´ Aufenthalt in Rothenburg die massivsten Versuche eines Bildersturms in Franken statt. Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, nach Auseinandersetzungen mit Martin Luther aus Kursachsen ausgewiesen, hielt sich seit Dezember 1524 in der Stadt auf. Bereits unmittelbar nach Ausbruch des Bauernkriegs in Franken war am 24. März 1525 der Kruzifixus auf dem Friedhof bei der Kapelle zur reinen Maria durch Abschlagen von Kopf und Armen geschändet worden. Nach Predigten Karlstadts und Johannes Teuschleins in St. Jakob kam es im April 1525 zur Verwüstung der Kapelle von Koboldzell vor den Mauern Rothenburgs. Am 18. April 1525 führte der Versuch, die Tafel des Marienaltars von St. Jakob zu entfernen, zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Altgläubigen und Neugläubigen auf dem Friedhof von St. Jakob.

Bernhard Mall

Die Grafschaft Hohenlohe im Dreißigjährigen Krieg

Frank Kleinehagenbrock
Die Grafschaft Hohenlohe im Dreißigjährigen Krieg. Frank Kleinehagenbrock, Die Grafschaft Hohenlohe im Dreißigjährigen Krieg: Eine erfahrungsgeschichtliche Untersuchung zu Herrschaft und Untertanen.

Veröffentlichungen der Kommission für Geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B / 153 (Stuttgart 2003) 339 Seiten, 8 Abbildungen, 1 Karte,
ISBN 3-17-018102-5

Die Tübinger, von dem jetzt in Würzburg lehrenden Historiker Frank Kleinehagenbrock vorgelegte Dissertation behandelt die Rothenburg nachbarschaftlich verbundene Grafschaft Hohenlohe während des Dreißigjährigen Krieges. Ein einleitendes Kapitel (S. 13-69) faßt die administrative und politische Geschichte des Grafenhauses und seiner Herrschaften von den Reformen des Grafen Wolfgang (gest. 1610) über die Beteiligung an der evangelischen Union 1608 und dem böhmischen Krieg 1620, das Restititionsedikt 1629, die Schwedenzeit ab 1632, den Prager Frieden 1635, den Franzoseneinfall mit der Schlacht von Herbsthausen 1645 bis zum Westfälischen Frieden 1648 und den Maßnahmen zum unmittelbaren Wiederaufbau zusammen. Schon diese Ausführungen führen in vielen Punkten über den bisherigen Forschungsstand hinaus.

Der Hauptteil der Arbeit thematisiert den Krieg unter dem Begriff Erfahrungsgeschichte; früher hätte man hier von Kultur- oder Alltagsgeschichte gesprochen. Auf der Grundlage ausgewählter Kirchenbücher vornehmlich der Residenz- und Amtsorte, der von den Untertanen des Grafenhauses wie von Benachbarten eingereichten Suppliken, der herrschaftlichen Korrespondenzen und Rechnungen werden systematisch die Kriegserfahrungen hohenlohischer Untertanen, hohenlohischer Beamter und Pfarrer sowie der gräflichen Familie selbst besprochen.
br> Abschließend beschreibt der Verfasser die evangelisch-lutherischen Deutungsmuster solcher Erfahrungen, den Krieg als Strafgericht Gottes, Buße als Mittel zur Abwendung der Kriegsnöte, die Bewährung des Glaubens gegen das Wüten der Feinde. Dies alles ist methodisch beispielhaft formulierte und hervorragend geeignet, ähnliche Studien für andere Territorien anzuregen. Positiv ist auch zu vermerken, daß entgegen manch älterer Forschung die heutige Landesgrenze zwischen Bayern und Baden-Württemberg mit Recht ignoriert und die Herrschaft Schillingsfürst ausführlich in die Untersuchungen einbezogen wird.

Über allgemeine Anregungen hinaus bietet die Arbeit deshalb neue Aufschlüsse zur Geschichte Rothenburgs selbst, das ebenso wie seine Landwehr immer wieder genannt wird. Dorothea Sophia von Solms-Hohensolms, die Witwe des Grafen Georg Friedrich von Hohenlohe zu Schillingsfürst (gest. 1635), der ihre angeheirateten Vettern aus anderen hohenlohischen Linien, besonders Graf Georg Friedrich von Hohenlohe zu Weikersheim, Verschwendung vorwarfen, wohnte einige Zeit in der ihr sicherer erscheinenden Reichsstadt und beschreibt minutiös ihre Erfahrungen: Einerseits hätten die reichsstädtischen Bürger ihr großzügiger Kredit gewährt als die eigenen Untertanen; andererseits habe sie sich immer wieder mit Naturalleistungen, namentlich mit Wildbrett, das Wohlwollen z.B. des Apothekers in Rothenburg sichern müssen.

Manches hätte der Autor aus den Quellen und sogar aus der Sekundärliteratur zu Rothenburg ergänzen können, z.B. Angaben zu dem Pfarrer Leonhard Wüst (Wilhelm Dannheimer, Verzeichnis der im Gebiete der freien Reichsstadt Rothenburg o.T. von 1544 bis 1803 wirkenden ev.-luth. Geistlichen, 1952, S. 142 Nr. 610), der 1633 aus Oberstetten nach Edelfingen berufen wurde. An manchen Stellen hätte man sich eine präzisere Dokumentation in den Anmerkungen gewünscht, z.B. S. 288f. bei dem aus Rothenburg stammenden, von Hohenlohe übernommenen Gebet zum Gedächtnis der Schlacht bei Lützen 1632, in welchem der dort gefallene König Gustav Adolf von Schweden als Vorkämpfer des evangelischen Glaubens gefeiert wurde. Insgesamt gesehen liegt jedoch eine Publikation vor, die sich für jede Beschäftigung mit der Geschichte Rothenburgs im 17. Jahrhundert als methodisch beispielgebend und sachlich in vielen Einzelheiten als aufschlußreich erweist.

Karl Borchardt

Städte, Regionen, Vergangenheiten

Ludwig Schnurrer zum 75. Geburtstag:
"Städte, Regionen, Vergangenheiten."


Karl Borchardt und Ekkehart Tittmann (Hgg.), Städte, Regionen, Vergangenheiten: Beiträge für Ludwig Schnurrer zum 75. Geburtstag, Quellen und Forschungen zur Geschichte des Bistums und Hochstifts Würzburg 59 (Würzburg 2003), 463 Seiten, Abbildungen und Pläne, ISBN 3-87717-065-X; 58,- €

Am 12. Februar 2002 beging Dr. Ludwig Schnurrer seinen 75. Geburtstag, der Nestor der Rothenburger Geschichtsforschung und ein über die Grenzen der ehemaligen Reichsstadt wie der Diözese Würzburg hinaus bekannter und geschätzter Landeshistoriker. Sein Publikationsverzeichnis S. 11-17 umfasst 107 Nummern, darunter die Urkundenbücher für Rothenburg bis zum Jahre 1400 und für seine Heimatstadt Dinkelsbühl bis zum Jahre 1500. Zu Ehren von Ludwig Schnurrer haben 22 internationale Autorinnen und Autoren aus Rothenburg selbst sowie aus verschiedenen Universitäten, Archiven und Bibliotheken, die alle in mehr oder weniger großem Umfang, unmittelbar oder mittelbar den wissenschaftlichen Austausch mit dem Jubilar pflegen, einen Sammelband gestaltet mit dem Generaltitel „Städte, Regionen, Vergangenheiten,“ der vorwiegend landesgeschichtliche, aber auch archäologische und kunstgeschichtliche Themen vom Mittelalter bis zum 19./20. Jahrhundert behandelt.

Ganz im Sinn von Ludwig Schnurrer vergleicht Gerhard Lubich die Nachbarn Rothenburg und Schwäbisch Hall im Mittelalter unter landes- und stadtgeschichtlichen Fragestellungen. Wilhelm Volkert erläutert den Judenartikel im Rechtsbuch Kaiser Ludwigs des Bayern 1340. Interdisziplinär entwickelt Thomas Steinmetz, der kürzlich durch eine Monographie zur Stauferburg in Rothenburg hervorgetreten ist, seine These zur Gleichsetzung der im 13. Jahrhundert genannten Burg Schenkenberg mit Lichtel nordwestlich von Rothenburg. Speziell mit Rothenburg und seinem territorialen Umfeld beschäftigen sich Karl Borchardt zur Jahrtagsliste des Neuen Spitals und Richard Schmitt zum Hohenlandsberger Urbar von 1402, die beide bisher unedierte Quellen vorlegen. Aus dem angelsächsischen Sprachbereich gewann Ludwig Schnurrer zwei eifrige Benutzer für das Rothenburger Stadtarchiv, die hier vertreten sind, Roy L. Vice zu reformatorischer Bewegung und Bauernkrieg in Rothenburg sowie Alison Rowlands, deren Buch über die Hexenverfolgung in Rothenburg gerade erschienen ist, zum Ratskonsulenten Friedrich Prenninger und seinen Gutachten bei Hexenprozessen. Nicht zuletzt behandelt die Nachfolgerin des Jubilars und erste hauptamtliche Stadtarchivarin in Rothenburg Hildegard Krösche das „Genannten“-Büchlein des 17. Jahrhunderts, ein eigenartiges Dokument reichsstädtischer Wehrverfassung. Der Leiter des für Rothenburg zuständigen Staatsarchivs Nürnberg Gerhard Rechter untersucht die Stadtentwicklung Uffenheims, im Vorgriff auf sein kurz vor dem Erscheinen stehendes Häuserbuch. Michael Schlosser bringt Interessantes aus der Geschichte des frühneuzeitlichen Buchdrucks in Windsheim und Rothenburg.

Zwei neue Ausgrabungen in der Rothenburger Judengasse und bei der dortigen ersten, obertätig nicht mehr erhaltenen Stadtbefestigungen veröffentlichen die Archäologen Horst Brehm und Anke Köber; Vinzent Mayr, der im Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege die Rothenburger Wehrbauten bearbeitete, vergleicht Fallgatter an Stadttoren. Aus der Bauarchäologie erläutert Hans Eschenbacher neue Befunde zur Stadtpfarrei St. Georg in Dinkelsbühl im 15. Jahrhundert. Aus der Kunstgeschichte bringt Karl-Heinz Schneider, derzeit mit einer Dissertation über den Rathausneubau in Rothenburg 1572 beschäftigt, neue Einsichten zur Steinmetzen- und Baumeisterfamilie Beringer wie zu den Anfängen des nach dem Würzburger Fürstbischof und Gegenreformator benannten Echterstils.

Aus dem 18. Jahrhundert werden Quellen zu den fränkischen Markgraftümern erörtert, durch Karl Kunze die Papiere eines markgräflichen Agenten in Paris, der über die Mississippi-Kompagnie 1720 berichtet, durch Günther Schuhmann markgräfliche Huldigungsgroschen, durch Peter Fleischmann markgräfliche Kartographen in und um Uffenheim. Der neuesten Geschichte widmen sich der Wissenschaftsautor Manfred Vasold mit einer Übersicht zur witterungsbedingten Hungerkrise 1816/17, Rudolf Endres mit einer Darstellung der Revolution in Ansbach 1848/49 und Kuno Ulshöfer mit einem Beitrag zu Bilderbögen in Nürnberg. Hans Pörnbacher schildert Dinkelsbühler Erlebnisse als Hintergrund für Leben und Werk des Jugendschriftstellers Christoph von Schmidt (1768-1854).

Die einzelnen Beiträge unterscheiden sich nicht nur thematisch, sondern auch nach Konzeption und Durchführung erheblich, illustrieren aber gerade dadurch die Vielfalt der Landesgeschichte, die nach einer bekannten Formulierung „in Grenzen unbegrenzt“ sein soll.

The Shepherd’s Crook

Barbara Reif
The Shepherd’s Crook: Memories of...
Barbara Reif:
The Shepherd’s Crook: Memories of a German migrant in Perth
Charnwood/ACT: Ginninderra Press, 2002, 147 Seiten, Fotos.

Fritz Reif, geboren in Nürnberg, zog mit seinen Eltern nach Rothenburg, wo er das Gymnasium besuchte. Im Zweiten Weltkrieg bei der Luftwaffe, wanderte er 1953 nach Australien aus. Dort lernte er seine in Brisbane geborene Frau Barbara kennen, die inzwischen als Autorin hervorgetreten ist (Bay Tales: fishy stories from Moreton Bay, 1999). In Form kleiner, novellistischer Skizzen hat Barbara Reif jetzt die Lebenserinnerungen ihres Mannes herausgegeben. Illustriert wird das Büchlein durch Fotos aus den 30er bis 50er Jahren in Nürnberg, während des Krieges und in Rothenburg, z.B. S. 33 jugendliche Motorradbegeisterte in Uniform 1940, Schäfertanz 1949. Dadurch und durch den Erzählstil wird die Publikation zu einer amüsant lesbaren Quelle für eine nicht ganz gewöhnliche Alltagsgeschichte aus dem 20. Jahrhundert.

Prof. Dr. Karl Borchardt

2 Bücher zum Thema Wildbad

Lore Heilmann: 2 Bücher zum Thema Wildbad Rothenburg Lore Heilmann, Das Wildbad Rothenburg in früherer Zeit (Rothenburg: Verlag des Vereins Alt-Rothenburg, 2001), 144 Seiten, 16 Abb.; dies., Das Wildbad Rothenburg: Ein Beitrag zu Bau- und Kunstgeschichte eines Kurbades um 1900 (Rothenburg: Selbstverlag der Autorin, 1999), 312 Seiten, 48 Abb.

Wildbäder zählten im späteren Mittelalter und in der frühen Neuzeit über ihre medizinische Bedeutung hinaus zu stark frequentierten Brennpunkten gesellschaftlichen Lebens. Im Taubertal bei der Reichsstadt Rothenburg erleubte eine schwefelhaltige Quelle die Errichtung eines solchen Wildbades, wahrscheinlich unter dem Bürgermeister Heinrich Toppler, denn der Erstbeleg datiert von 1405. Als städtischer Regiebetrieb von den Baumeistern aus dem Rat beaufsichtigt, wurde das Wildbad durch einen befristet angestellten Wildbader und Hilfspersonal betrieben. Wegen der großen Besucherzahlen, die im 16. Jahrhundert der Stadt direkt Einnahmen zwischen 50 und 100 fl vom Wildbad erbrachten, ungeachtet die indirekten Einnahmen aus dem Fremdenverkehr, begann Rothenburg 1539 einen Umbau. Weitere Investitionen machte ein Brand 1782 erforderlich. Lore Heilmann vergleicht ähnliche Anlagen in (Burg)Bernheim, Castell und Nürnberg. Beschreibung und Gutachten durch Ärzte und Chemiker wie Johann Fischer von Dailfingen (um 1530), Andreas Libavius (1601) oder Johann August Philipp Gesner (1765) werden analysiert.

Nach der Mediatisierung der Reichsstadt wurde das Wildbad 1806 von dem bisherigen Pächter Johann Wolfgang Kübler für 3460 fl als Eigentum ersteigert. Der Ausbau als Tanzlokal scheiterte, so dass nach dem Tod von Küblers Witwe Konkurs eintrat und die Stadt 1820 das Wildbad für 6022 fl zurücksteigern konnten. Wiederholte Neu- und Umbauten, darunter 1840/43 die Erweiterung des Tanzsaales, konnten nicht verhindern, dass der Badebetrieb in Rothenburg gegenüber Konkurrenten wie Kissingen oder Mergentheim ins Hintertreffen geriet.

Deshalb verkaufte die Stadt Rothenburg 1894 das Wildbad an den Orthopäden und medizinischen Großunternehmer Friedrich Hessing (1838-1918), 1913 geadelt, der aus Schönbronn stammte und seiner Heimat stets verbunden geblieben war, obwohl das Zentrum seiner Aktivitäten seit den 60er Jahren in Schwaben lag (Augsburg und Göggingen). Nach Plänen des Architekten Robert Backer (1871-1952) aus Kulmbach ließ Friedrich Hessing ein splendides Kurhotel erbauen, dessen Formen von Anfang an heftig umstritten waren. Lore Heilmann beschreibt und würdigt in ihrer kunsthistorischen Dissertation (bei Prof. Bernhard Rupprecht, nach Anregung durch Prof. Vincent Mayr) diese Bauten ausführlich. Festsaal, Gastronomie und Park wurden von der Stadtbevölkerung und den Fremden durchaus angenommen.

Die Spekulation, der Fremdenverkehr in das romantische Rothenburg würde sich mit dem Badebetrieb verbinden, ging letztlich aber nicht auf, bedingt wohl auch durch den Ersten Weltkrieg. Heilerfolge ließen sich nie zweifelsfrei belegen, und die Quellen versiegten ungeachtet aller Bohrungen, die Hessing vornehmen ließ. Bereits 1917 verkaufte deshalb Hessing das Wildbad wieder, das nach mehrfachen Beistzerwechseln 1925 von dem Bayerischen Krankenkassen-Verband in München ersteigert und als Sanatorium genutzt wurde. Von 1951 bis 1976 Polizeischule, ging das Wildbad 1978 an das Diakoniewerk der Evangelischen Kirche in Bayern, die seit 1990 dort eine Tagungsstätte betreibt.

Über das lokalhistorische Interesse hinaus beleuchten die beiden Bücher einen wichtigen Aspekt der Kultur- und Alltagsgeschichte seit dem späteren Mittelalter. Die Dissertation ist zudem wichtig für die Unternehmerpersönlichkeit Hessing und sein künstlerisches Mäzenatentum an der Wende vom 19. zum 20 Jahrhundert.

Prof. Dr. Karl Borchardt

Neuerscheinungen zur Geschichte von Rothenburg

Neuerscheinungen / Neuerwerbungen zur Geschichte von Rothenburg Von Karl Borchardt, Stadtarchiv Rothenburg.

1) Alison Rowlands, Witchcraft narratives in Germany: Rothenburg, 1561-1652 (Manchester – New York: Manchester University Press, 2003), 248 Seiten.

Die Dissertation basiert auf den Akten zu 28 frühneuzeitlichen Hexereiverfahren in der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber, welche von 1549 bis 1709 insgesamt 65 Personen betrafen, von denen drei hingerichtet wurden, darunter zwei zugleich wegen anderer Verbrechen (Kindstötung, Vergiftung); lediglich die psychisch instabile Anna Margarethe Rohn, die sich selbst bezichtigte, wurde 1673 allein aufgrund des Hexereivorwurfs exekutiert. Die beiden ersten Kapitel belegen die auffällige Zurückhaltung des Rates bei der Verfolgung der Hexerei. Die städtische Führungsschicht hielt das Verbrechen für schwer beweisbar, sah in den Vorwürfen meist nur Verleumdungen und bedrohte diese ihrerseits mit Strafen. Anders als die fränkischen Bischöfe hatte es der protestantische Rat offenbar nicht nötig, sich durch Hexenverfolgung als treusorgende, effiziente Obrigkeit zu profilieren. Die Spannungen, welche 1525 zum Bauern- und Handwerkeraufstand in Rothenburg geführt hatten, waren anscheinend durch die Einführung der Reformation 1544 weitgehend entschärft. Das dritte Kapitel behandelt den sechsjährigen Hans Gackstatt aus Hilgartshausen, der sich 1587 selbst der Hexerei bezichtigte. Die nächsten beiden Abschnitte widmen sich den Fällen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges, der auch in Rothenburg einen Höhepunkt sozialer und religiöser Verunsicherung brachte, welche sich in vermehrten Hexereiverfahren niederschlug. Das letzte Kapitel schildert anschaulich, wie geschickt und erfolgreich sich 1652 die sechzigjährige Margarethe Horn aus Bettenfeld gegen den Vorwurf verteidigte, einen Flohschwarm durch Hexerei gegen ihren Nachbarn Leonhard Gackstatt gelenkt zu haben. Aufgrund genauer Quellenarbeit entwickelt die Arbeit neue Einsichten, welche anhand der Vorgänge in Rothenburg manche in der bisherigen Forschung übliche Verallgemeinerung in Frage stellen. Damit wird ein grundsätzlicher Beitrag zu einem komplexen Thema geleistet, der weit über die Lokal- und Landesgeschichte hinaus Beachtung verdient.

2) Helmut Riedel, Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Sektion Rothenburg o.d.T. des Deutschen Alpenvereins (Rothenburg, 2003), 77 Seiten und zahlreiche Abbildungen; ders., Chronik zum 100-jährigen Bestehen der Sektion Rothenburg o.d.T. des Deutschen Alpenvereins (Rothenburg, 2003), 78 Seiten und zahlreiche Abbildungen.

Die beiden Bändchen dokumentieren knapp, aber mit zahlreichen Fotos die Aktivitäten der 1903 begründeten, 1945 aufgehobenen, 1956 wiederbegründeten Sektion Rothenburg des Deutschen Alpenvereins, Fahrten, Training, Jugendarbeit, Faschingsvergnügen, usw. Erster Vorsitzender war bis zu seinem Tod 1933 der auch als Lokalhistoriker hervorgetretene August Schnizlein. Sie gaben Einblicke und Aufschlüsse zum gesellschaftlich-geselligen Leben in Rothenburg ob der Tauber während des 20. Jahrhunderts und machen deutlich, dass es außer Fremdenverkehr, Tourismus und Denkmalpflege auch andere Themen in der Stadt gab und gibt.

3) Erwin Keitel, Hagenau: Geschichte des Dorfes (Hagenau 2000), 222 Seiten, zahlreiche, teils farbige Abbildungen.

Anläßlich des Gedenkens an die schriftliche Ersterwähnung zahlreicher Orte zwischen Burgbernheim, Leutershausen und Schillingsfürst in einer Urkunde Kaiser Ottos III. aus dem Jahre 1000 erschein eine Chronik des Dorfes Hagenau, das zusammen mit Traisdorf damals an der Grenze eines dem Bischof von Würzburg geschenkten Forstbezirks lag. Kirchlich gehörte Hagenau zur Pfarrei Leutershausen, bis es mit Gastenfelden 1369 separiert wurde und im 15. Jahrhundert eine eigene Kirche St. Marien erhielt. Herrschaftlich-politisch zählte Hagenau zum Amt Leutershausen der Burggrafen von Nürnberg respektive Markgrafen von Brandenburg zu Ansbach, doch waren in dem Dorf auch Niederadelige begütert (Bernheim, Gailing). Im Zentrum der Publikation stehen die Geschehnisse der letzten 200 Jahre: die Grenzpurifikation zwischen Ansbach und Schillingsfürst 1798, die Formierung der politischen Gemeinde im Königreich Bayern, der Zweite Weltkrieg (mit Abdruck von Feldpostbriefen), die Flurbereinigung. Eindrucksvoll sind die Fotos, welche den Wandel des Landlebens im 20. Jahrhundert illustrieren.

4) Helmut Barthelmeß, Geschichte und Geschichten aus Oestheim und Umgebung (Oestheim 2001), 287 Seiten und zahlreiche Abbildungen.

Die ältere Geschichte der Zwillingsdörfer Unter- und Oberoestheim mit ihren Bezügen zur Reichsstadt Rothenburg, zu Hohenlohe-Schillingsfürst und zum markgräflichen Kloster Sulz wird nur kurz gestreift. Selbst das 19. Jahrhundert mit dem Neubau der Pfarrkirche in den 30er Jahren und das Kaiserreich dem Eisenbahnbau von Rothenburg nach Dombühl werden eher kurz und aufgrund bekannter Sekundärliteratur dargestellt. Um so ausführlicher werden die Ereignisse des 20. Jahrhunderts geschildert, vielfach aufgrund unveröffentlichter amtlicher oder privater Aufzeichnungen und intensiver Befragungen von Zeitzeugen. Der Bogen spannt sich von Ersten Weltkrieg über die Inflation zum Nationalsozialismus, zu den Kämpfen in der Endphase des Zweiten Weltkriegs 1945 bis zur Integration der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen sowie zum Autobahnbau. Damit entsteht eine nützliche Materialsammlung, auf die künftig sicher gerne zurückgegriffen wird.

Prof. Dr. Karl Borchardt

Jahrbuch des Vereins Alt-Rothenburg e.V. 2003

Rothenburg 2003, 226 Seiten, 94 Abbildungen, 9,80 EURO

Die Jahresgabe 2003 an die Mitglieder und Tauschpartner des Vereins Alt-Rothenburg ist diesmal keine Monographie, sondern wie zuletzt 1999 ein Sammelband mit Aufsätzen. Vertreten sind fünf Autoren:

(a) Karl Borchardt, Zwischen Reform und Revolution: Die bürgerliche Beschwerdeschrift vom 9. Dezember 1796 in Rothenburg ob der Tauber, S. 9-85, ediert nach kurzer Einleitung zu den unter dem Eindruck der französischen Revolution angefachten Bürgerkämpfen die ausführliche Beschwerdeschrift, welche detaillierte Einblicke in das öffentliche Leben der Reichsstadt Ende des 18. Jahrhunderts bietet und jene Punkte hervorhebt, die den intellektuellen und gutbürgerlichen, aber von der Ratsoligarchie sich bedrückt fühlenden Kreisen der Tauberstadt kritikwürdig erschienen.

(b) Gerhard Lubich, Die Grafen von Comburg und Rothenburg, ihr Werdegang, ihre Burgen und ihr Nachleben, S. 86-112, verfolgt die 1116 im Mannesstamm erloschene Familie von Wülfingen über die Comburg bei Schwäbisch Hall nach Bielriet und Rothenburg; außerdem bietet er in 37 Regesten übersichtlich alle Nachrichten zu den Angehörigen dieses Hauses.

(c) Ludwig Schnurrer, Ächtungen am kaiserlichen Landgericht Burggraftums Nürnberg, S. 113-124, der die 1274 einsetzenden Achtbücher des kaiserlichen Landgerichts in Rothenburg zur Edition vorbereitet, bietet hier aus den zwei ältesten Achtbüchern des Landgerichts Burggraftums zu Nürnberg StAN Rep. 119a Nr. 271a und Nr. 273 insgesamt 81 Rothenburg betreffenden Einträge von 1365 bis 1455, meist Bürger und Bauern aus der Stadt und ihrem Umland, gelegentlich auch Juden.

(d) Ekkehart Tittmann, Die Umgestaltungen der St. Andreaskirche zu Leuzenbronn durch den protestantischen Pfarrer Wilhelm Philipp Seyboth (amt. 1701-1757): Ein Zwischenbericht, S. 125-157, dazu S. 192-195 Abb. 1-13 behandelt die dank der Munifizenz des kinderlosen Pfarrers möglichen Umgestaltungen in der Kirche St. Andreas um 1720/21 und 1740/43, insbesondere den Altar und die Orgel. Bemerkenswerterweise waren daran katholische Künstler wie die Gebrüder Philipp Jacob und Georg Christoph Sommer in Künzelsau beteiligt. Spätmittelalterliche Schnitzfiguren wurden in das barocke Programm integriert.

(e) Hellmuth Möhring, Veränderungen in der Kunst in Rothenburg durch die Mediatisierung 1802/03, S. 158-190, dazu S. 196-226 Abb. 14-94 fokussiert die von der Ratsoligarchie beschäftigten Kupferstecher, Ölmaler und Bildhauer und fragt nach dem Umschwung in der Kunst, den das Ende dieser Käuferschicht infolge der Mediatisierung 1802/03 bewirkte. Die Spannweite der behandelten Künstler reicht von Peter Franz Tassaert im 18. zu Gustav Kraus und Georg Wilhelm Wanderer im 19. Jahrhundert. Historisch wichtig sind die bebilderte Chronik des Johann Ludwig Schäfer 1729/48 und die Kupferstiche des Johann Friedrich Schmidt 1762, welche in bayerischer Zeit abgebrochene Gebäude zeigen.

Prof. Dr. Karl Borchardt

Vier Buchbesprechungen zu Neuerscheinungen

Reichardsroth und sein Johannitererbe 1254 - 2004

Herausgeber: Ev.-Luth. Pfarramt Langensteinach 2004 Festschrift zum 800-jährigen Jubiläum der Einweihung der Johanniterkirche in Reichardsroth sowie zum 75-jährigen Bestehen des Posaunenchors Langensteinach

Der Langensteinacher Pfarrer Hans Gernert hat mit dem von ihm herausgegebenen und mit vielen aus seiner Feder stammenden, immerhin über 250 Seiten starken Buch Bemerkenswertes geleistet. Die Festschrift enthält, wenngleich dieser Aspekt nicht im Vordergrund steht, zunächst einige fachwissenschaftliche Beiträge, die unser Wissen um die Geschichte der nördlichen Rothenburger Landhege, insbesonders um die der Johanniterkommende und die Bau- bzw. Kunstgeschichte der Reichardsrother Kirche vermehren. Genannt seien die Aufsätze von Karl Borchardt und Erik Soder von Güldenstubbe. Erstmals wohl werden zahlreiche fotografische Detailaufnahmen der überwiegend in luftiger Höhe angebrachten romanischen Bauplastik samt Deutungsversuchen vorgeführt.

Zusammengefasst und referiert wird der historische Forschungsstand zum Raum Langensteinach-Endsee, zur Vor- und Frühgeschichte, zur Patrozinienforschung usw. . Der Historiker erfährt in der Regel nichts grundlegend Neues, aber immerhin werden einem breiteren Publikum Informationen geliefert, die man sich ansonsten mühsam zusammensuchen müsste. Anregungen zuhauf, Anhaltspunkte für weitere Forschungen allemal.

Darüber hinaus berichtet die Festschrift - und dadurch wird sie erst richtig interessant und lesenswert - vom Alltagsleben im 20. Jahrhundert, das ja angesichts der politischen und gesellschaftlichen Veränderungen so ruhig nicht sein konnte: Eine Häuserchronik von Reichardsroth in neuerer Zeit, Berichte aus dem Vereinsleben, aus der Pfarreigeschichte, Hinweise auf die Zustände im 3. Reich, auf den Feldflugplatz bei Oberscheckenbach, auf Sagen und örtliche Überlieferungen, auf den modernen "Glaubensweg" - all das und vieles mehr macht das Buch nicht zu einem willkürlich zusammengestellten Sammelsurium, sondern in vieler Hinsicht auch zu einer historischen Quelle für nachfolgende Generationen.

Dem Herrn Pfarrer sei für seine Mühsal gedankt. Sie hat sich gelohnt.

Ulrich Herz, Das Dekanat Windsheim im Zeichen des Hakenkreuzes, Neustadt a. d. Aisch 2002 (= Einzelarbeiten aus der Kirchengeschichte Bayerns, hrsgg. vom Verein für bayerische Kirchengeschichte, 79 Band)

Es gibt bisher vermutlich nicht viele derart solide aus den Quellen erarbeitete Fallstudien zur Geschichte einzelner evangelischer Dekanatsbezirke in Bayern, in Deutschland. Der Verfasser hat die noch immer etwas heikle Aufgabe, die Rolle der lutherischen Gläubigen, insbesondere aber ihrer geistlichen Vorsteher, im 3. Reich zu untersuchen und zu beurteilen, souverän gelöst.

Der Leser wird über die spezifischen politischen, sozioökonomischen und konfessionellen Verhältnisse im fast monopolartig evangelisch geprägten Windsheimer Raum vor dem 2. Weltkrieg informiert. Anschaulich wird das Verhalten der Kirche zwischen Zustimmung, Anpassung und Konfliktbereitschaft in seiner ganzen Bandbreite referiert. Zahlreiche Einzelschicksale werden gestreift. Viele, aber nicht alle Pfarrer befanden sich in der Zwickmühle. "Deutsche Christen" gab es im Windsheimer Kirchenbezirk ebenso wie die "Bekennende Kirche".

Die "Entnazifizierung", auf die Herz eingeht, rückte die Selbsteinschätzung mancher Pastoren zurecht. Dennoch unterblieb jahrzehntelang, vielfach wohl bis heute, eine ehrliche Vergangenheitsbewältigung. Ulrich Herz hat mit seinem Buch seinen Teil dazu beigetragen, "cum ira et studio". Ähnliches wünsche ich mir in näherer Zukunft auch für Rothenburg.

Dr. Richard Schmitt, Rothenburg ob der Tauber, den 28.12.2004

Rothenburg ob der Tauber 1945: Zerstörung und Kriegsende. Hg. Verein Alt-Rothenburg. 2. Aufl. (Rothenburg 2004), 120 Seiten, zahlreiche, teils farbige Abbildungen, Bezug im Buchhandel, 9,80 EURO

Aus Anlaß des bevorstehenden 60jährigen Gedenkens an den zerstörerischen Bombenangriff auf Rothenburg ob der Tauber am 31. März 1945 und das Kriegsende hat der Verein Alt-Rothenburg seine 1995 vorgelegte, im Buchhandel seit längerem vergriffene Publikation unverändert nachgedruckt, ergänzt lediglich durch ein Vorwort des Schriftführers Dr. Richard Schmitt. Der Band enthält Erinnerungen von Beteiligten und Zeitzeugen, darunter einen Bericht des Amtmanns Hans Wirsching, 15 Schwarz-Weiß-Fotos sowie 24 Aquarelle von Willi Foerster (1892-1965), einem in Rothenburg lebenden Maler und Graphiker, aus den Jahren 1944-48.

Jens Friedhoff, Die Familie von Hatzfeldt: Adelige Wohnkultur und Lebensführung zwischen Renaissance und Barock, Vereinigte Adelsarchive im Rheinland e.V.: Schriften 1 (Düsseldorf 2004), 667 Seiten; Subskription bei www.grupello.de bis 31.01.2005 für 44,- EURO, danach 58,- EURO

Benannt nach einem Ort an der Eder im Hessischen, ansässig in der Herrschaft Wildenburg an der Sieg erlebte die ritteradelige Familie von Hatzfeldt im 17. Jahrhundert einen kometenhaften Aufstieg durch drei Sprößlinge aus ihrer auf Schloß Crottorf im Westerwald (18 km westlich von Siegen) residierenden Linie. Der kaiserliche Generalfeldmarschall Melchior von Hatzfeld (1593-1658) und sein Bruder, der kaiserliche Generalfeldzeugmeister Hermann (1603-1673), waren außerordentlich erfolgreiche Militärs. Der dritte Bruder Franz von Hatzfeldt (1596-1642) amtierte seit 1631 als Bischof von Würzburg, seit 1633 auch als Bischof von Bamberg. Der Kaiser belohnte seine Offiziere mit dem Rang von Reichsgrafen und mit der Standesherrschaft Trachenberg in Schlesien. Der Erzbischof von Mainz wandte ihnen Güter der 1631 erloschenen Grafen von Gleichen in Thüringen zu. Franz von Hatzfeldt vermittelte als Bischof von Würzburg seinen Brüdern die Besitznachfolge der 1632 im Mannesstamm ausgestorbenen fränkischen Reichsritter von Rosenberg. Die bei Ulf Dirlmeier in Siegen 2002 verfaßte Dissertation schöpft aus den reichen Beständen des Hatzfeldt-Wildenburgschen Archivs zu Schönstein. Nach einem einführenden Überblick über die Besitzgeschichte der Linien des Hauses Hatzfeldt werden ihre Stadthäuser und –palais in Köln, Aachen und anderen rheinischen Städten, aber auch in Würzburg und in Breslau sowie ihre Schlösser beschrieben, in der Hauptsache Crottorf, jedoch mit Ausblicken auf Trachenberg in Schlesien und auch auf die fränkischen Herrschaftssitze Haldenbergstetten, Laudenbach, Waldmannshofen und Unterschüpf. Die Quellenüberlieferung erlaubt detaillierte Einblicke in reichsgräfliche Haushaltungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Für Rothenburg interessant sind die nachbarschaftlichen Beziehungen der protestantischen Reichsstadt zu dem katholischen Adelshaus während des Dreißigjährigen Krieges und in der Zeit unmittelbar danach. Da Rothenburg und sein Territorium durch Einquartierungen, Truppendurchzüge und Seuchen stark gelitten hatten, gewährten die als Militärunternehmer reich gewordenen Brüder Hatzfeldt dem Rat seit 1642 Kredite und kauften unter anderem rothenburgische Landgüter, Schafweiden und Waldungen, welche an die vormals rosenbergischen Besitzungen in Haldenbergstetten und Laudenbach grenzten.

Karl Borchardt

Patrizier und Ehrbare

Die Titelseite der neu erschienenen Publikation des Vereins Alt-Rothenburg.

Am 15.12.2007 wurde der Druck des "Schrag´schen Wappenbuchs" vorgestellt. Bürgermeister Förster, Herr Dreiss vom Degener-Verlag, Herr Dr. Möhring und nicht zuletzt der Autor, Prof.Dr. Karl Borchardt waren zugegen. Neben dem Dank an die Autoren und Sponsoren erläuterte Prof. Borchardt kurz das Werk Schrags.

Seine Rede können Sie hier als PDF-Datei [12 KB] herunterzuladen.

Raubritter Eppelein von Gailingen

AUTOR: Schoger, Werner
TITEL: Raubritter Eppelein von Gailingen und seine Zeit. Ein Leben zwischen Dichtung und Wahrheit (= Rothenburg-Franken-Edition Bd. 1). 2008. 168 S., zahlr. schwarz-weiß Abb., Festeinband.
ISBN: 978-3-7686-9314-1


ZUM INHALT
Mit seinem tollkühnen Sprung über die Nürnberger Burgmauer und den weitklaffenden Graben ist er auch nach 700 Jahren noch in aller Erinnerung: Eppelein von Gailingen, Nürnbergs „abgesagter Feind“, der in Romanen, phantasievollen Berichten, zahlreichen Gedichten, ja sogar nach einer Volksoper, der wildeste und gefährlichste der Raubritter gewesen sein soll, die im Spätmittelalter der freien Reichsstadt zugesetzt haben. Eppelein überfällt Wagenzüge, legt sogar in der Stadt Brand, erpresst Lösegeld, betreibt Strassenraub, und seine Händel mit den verhassten „Pfeffersäcken“ finden kein Ende. Dabei ist Eppelein von keckem Übermut, von schnellem Witz, ist pfiffig und hinterlistig, erweist sich als Meister der Waffen und ist im Sattel unschlagbar.

Diesen Ritter aus der üppig wuchernden Sage hat es nie gegeben. Sein historisch belegbares Vorbild ist Eckelein Gailing, dessen Geschlecht im 14. Jahrhundert in Röllinghausen und Illesheim unweit von Windsheim ansässig war und der vermutlich um 1310/11 auf Burg Wald bei Gunzenhausen geboren ist. Viele Urkunden weisen ihn als Zeugen in Rechtsgeschäften aus, nennen ihn als Bürgen, geben Kunde von Belehnungen mit Land, Höfen und Zehnten.

1369 kommt es dann zu einem gewaltsamen Bruch in diesem geordneten Lebenslauf. Eckelein Gailing wird wegen einer Gewalttat vom Nürnberger Landgericht in die Acht geschrieben. Er kann sich daraus nicht mehr lösen, wird dann zwölf Jahre lang gehetzt und gejagt, vom Nürnberger Burggrafen verfolgt, ficht als Vasall der Hohenlohe bei deren Fehde gegen den Nürnberger Fürsten und wird im Friedenschluß 1375 vom Lehensherrn preisgegeben. Sechs Jahre noch, bis 1381, währt des Eckelein Widerstand. Dann wird er ergriffen und am 15. Mai in Neumarkt in der Oberpfalz grausam hingerichtet. Eckelein Gailing hat sich vergeblich gegen Unrecht und lawinenartig wachsende Fürstenmacht gestemmt. In der fränkischen Ritterschaft, bei seinen adligen Zeitgenossen, hat Eckelein Unterstützung und Hilfe gefunden. Es ist aufregend zu sehen, wie aus diesem Eckelein Gailing der Eppelein von Gailingen der Sage geworden ist, wie der auf seinem ständischen Fehderecht fußende Ritter zum dreisten, raubenden Schnapphahn umgedichtet wird und wie sich der zollersche Burggraf aus seiner üblen Rolle stiehlt und die Stadt Nürnberg bereitwillig, geradezu kokett, in diese hineinschlüpft.

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Lehrberg

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Mein Tipp: Sollte man haben! (Man fährt ja so oft durch Lehrberg)
JoE

Ausführliches demnächst.

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lesbar. Quelle: Fränkischer Anzeiger, Nr. 298 vom 24.-26.12.2010

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AUTOR: Schnurrer, Ludwig
TITEL: Spätlese. Neue Beiträge zur Geschichte der Reichsstadt Rothenburg o.d.T. Herausgegeben vom Verein Alt-Rothenburg e.V. (= Rothenburg-Franken-Edition Bd. 5). 2010. 229 Seiten, zahlreiche s/w Abbildungen, Broschureinband.
ISBN: 978-3-7686-4228-6

ZUM INHALT
• Vorwort des Vereins Alt-Rothenburg. S. V
• Vorwort des Autors. S. VI
• Valentin Ickelsamer (ca. 1500–1547), Laientheologe und Pädagoge. S. 1
• Georg Christoph Walther (1601–1656), Jurist. S. 19
• Daniel Rücker (1605–1665), Theologe. S. 47
• Crailsheim und der Schwäbische Städtebund. Hat die Crailsheimer Stadtbelagerung 1379/80 tatsächlich stattgefunden? S. 69
• Rothenburg als Wallfahrtsstadt des Spätmittelalters. S. 83
• Kapelle und Wallfahrt zum Heiligen Blut in Rothenburg. S. 117
• Die Kirche zu Kobolzell bei Rothenburg. S. 129
• Zur Geschichte der Rothenburger Schützengesellschaft. S. 157
• Weinbau und Weinkonsum im Spital der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber im späten Mittelalter. S. 189


Vorwort des Vereins Alt-Rothenburg

Als „Spätlese“ bezeichnet Dr. Ludwig Schnurrer die Beiträge zur Geschichte der Reichsstadt Rothenburg, die er dankenswerterweise dem Verein Alt-Rothenburg für seine Jahresgabe 2010 überlassen hat. Spätlese garantiert nicht nur beim Wein hohe Qualität: Am Anfang stehen die Biographien des Rothenburger Laientheologen und Pädagogen Valentin Ickelsamer (geprägt durch Reformation und Bauernkrieg), des Juristen Georg Christoph Walther und des Theologen Daniel Rücker (beide betroffen durch die Wirren des 30-jährigen Kriegs). Schnurrers personenbezogene Stadtgeschichte ist einmal mehr geeignet, neue Interessenten für die Lokalgeschichte zu gewinnen, stellt sie doch den „menschlichen“ roten Faden in den Mittelpunkt der Betrachtung und macht Stadtgeschichte persönlich greifbar.

Es folgen Beiträge zur Geschichte des Schwäbischen Städtebunds, zu Rothenburg als Wallfahrtsort allgemein und zur Wallfahrt zum Heiligen Blut in Rothenburg im besonderen, zur Kobolzeller Kirche und zur Rothenburger Schützengesellschaft. Angemessen abgerundet wird die „Spätlese“ durch Schnurrers eingehende Untersuchung zum „Weinbau und Weinkonsum im Spital der Reichsstadt Rothenburg im späten Mittelalter“.

Der Verein möchte mit der Wiedergabe dieser Arbeiten weitere Teile der außerordentlich reichen historischen Arbeit Dr. Ludwig Schnurrers allgemein zugänglich machen und damit sein Bemühen unterstützen, in Rothenburg echtes Geschichtsbewusstsein zu fördern. Bis zum heutigen Tag hilft er den stadtgeschichtlich Interessierten mit fundiertem Rat. Der Verein Alt-Rothenburg ist dafür sehr dankbar und wünscht ihm alles Gute und auch für die Zukunft Freude und Kraft für seine historische Arbeit.
Dem Leser wünschen wir mit der „Spätlese“ einmal mehr eine unterhaltsame Lektüre.

Bernhard Mall
Rothenburg, 2010


Ab sofort im Buchhandel und bei uns:

AUTOR: Woltering, Herbert
TITEL: Die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber und ihre Herrschaft über die Landwehr (= Rothenburg-Franken-Edition Bd. 4). 2010. Nachdruck der Ausgabe von 1965/66 (Teil I) und 1971/72 (Teil II); 312 Seiten, vier Bildseiten, Broschureinband.
ISBN: 978-3-7686-4227-9


Vorwort des Vereins Alt-Rothenburg
Das vorliegende Geschichtswerk mit dem Titel „Die Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber und ihre Herrschaft über die Landwehr“ von Dr. Herbert Woltering besticht durch die umfassende Thematik: Erfasst und dargestellt werden praktisch alle wesentlichen Lebensbereiche der mittelalterlichen freien Reichsstadt und deren Beziehungen untereinander. Eine Vielzahl ausgewerteter – oft wörtlich zitierter – urkundlicher Dokumente garantiert und bestätigt den Wahrheitsgehalt der Forschungsergebnisse und vermittelt zugleich eine hohe Anschaulichkeit Rothenburger Lebensverhältnisse.

Das ursprünglich zweibändige, nunmehr zu einem Band zusammengefügte Werk ist das Ergebnis jahrelanger eingehender Studien geschichtlicher Quellen in den Archiven in Franken, vornehmlich in Rothenburg, Nürnberg und Umland. Auch die außerhalb der Archive anzutreffenden geschichtlichen Zeugnisse in der Landwehr wurden erfasst und kartiert.

Dem an der Geschichte Rothenburgs interessierten Leser wird hiermit zweifellos ein besonders authentisches und interessantes Buch angeboten.

Bernhard Mall
1. Vorsitzender des Vereins Alt-Rothenburg



Das Werk können Sie hier direkt bestellen:
Degener-Verlag
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