Vortrag »Rothenburg ob der Tauber in London ̶ Einflüsse auf die Gartenstadtbewegung«

Freitag, 17.04.2020 | 20:00 Uhr      
Städtischer Musiksaal | Eintritt frei 

Edith von Weitzel-Mudersbach:

»Rothenburg ob der Tauber in London  ̶  Einflüsse auf die  Gartenstadtbewegung« 

Bereits im Jahre 1906 diente Rothenburg als Vorbild zur Konzeption und zum Bau der Gartenstadt Hampstead nahe London. Von der Gesamtanlage bis zur Inneneinrichtung eines Hauses, sollte die Gartenstadt menschenwürdige Wohnbedingungen, als Reaktion auf die unwürdigen Lebensverhältnisse der Arbeiter in den Städten, in der Zeit der frühen Industrialisierung, entwickeln.

Der englische Architekt Raymond Unwin wählte hierfür Rothenburg ob der Tauber als städtebauliches Vorbild.  Raymond Unwin, Schüler von William Morris, übernahm in der Planung der Gartenstadt Hampstead Suburb, Architekturmotive wie Rothenburgs Türme, Dachformen, Arkaden, Treppenaufgänge und Fensterformen, aber auch die Anlage von Straßenzügen, Plätzen und städtischem Grün.  

Anhand von Plänen, Fotografien, Skizzen, Modellen und bisher unveröffentlichten Quellen wird in einer Sonderausstellung, welche vom 10.05.2020 bis zum 31.12.2020 im RothenburgMuseum stattfindet, die Bedeutung Rothenburgs als architektonisches Vorbild sowohl in der Planung der Gartenstadt Hampstead Suburb, als auch der Gartenstadt Hellerau bei Dresden gezeigt und Rothenburg im Dialog zwischen namhaften Architekten wie Richard Riemerschmid, Camillo Sitte, Hermann Muthesius, Raymond Unwin, Ernst May, Barry Parker, Theodor Fischer und anderen beleuchtet.  

Die Referentin Edith von Weitzel-Mudersbach, die die Ausstellung konzipierte, berichtet in ihrem Vortrag über deren Entstehungsgeschichte und Entwicklung. 

 

Edith von Weitzel-Mudersbach studierte Kunstgeschichte, klassische Archäologie, Geschichte und Denkmalpflege unter anderem an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der University of South Africa (UNISA) in Pretoria. Im Jahr 2000 gründete Sie die museumspädagogische Werkstatt Schloss Obernzenn und rief deren Kinderakademie für Denkmalpflege ins Leben. Sie gestaltete zahlreiche Museen und Ausstellungen sowohl im Inland (unter anderem in Heroldsberg, Heilsbronn und Markt Erlbach) als auch im Ausland (unter anderem in Oviedo, Spanien, in Lissabon, sowie in Mailand) und wurde mit der Bayerischen Denkmalmedaille des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst ausgezeichnet. 

 

Veranstalter:
Referat für Tourismus, Kunst und Kultur 

 

Die 6. Reihe der Rothenburger Diskurse im Halbjahr 2019/2020 ist eine Gemeinschaftsaktion der Dienststelle für Tourismus, Kunst und Kultur der Großen Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber in Verbindung mit dem RothenburgMuseum, Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch und der Jüdischen Kulturwoche »Le Chajim 2019«, Susanne Wagner und der Agentur Contra Word, dem Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, der VR-Bank Mittelfranken West eG, dem Verein Alt-Rothenburg, dem Verein der Rothenburger Gästeführer (VRG), und dem Schlosspark Dennenlohe.