Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation Wanderausstellung kommt nach Rothenburg

Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation

Wanderausstellung kommt nach Rothenburg

 
Wie kam die Reformation nach Franken? Wer waren die Menschen, die die reformatorischen Lehren aufnahmen und verbreiteten? Antworten darauf gewährt die neue Wanderausstellung des Frankenbundes „Fränkische Lebensbilder im Fokus der Reformation“ anhand informativer Schaubanner mit ausgewählten Biographien fränkischer oder in Franken wirkender Persönlichkeit aus dem Zeitraum von 1450 bis 1550. Nach der ersten Station im Museum Kirche in Franken in Bad Windsheim wird die Ausstellung nun ab dem 10. Mai in der Franziskanerkirche in Rothenburg ob der Tauber zu sehen sein.
 
Dabei geht es nicht nur um Geistliche oder nur um die ganz großen Namen. Von Adligen, über Ratsherren und Bürgermeister bis hin zum einfachen Landpfarrer sind in der Ausstellung Angehörige unterschiedlichster gesellschaftlicher Schichten und Berufe vertreten. Neben bekannteren Persönlichkeiten wie etwa dem Nürnberger Ratsherren und Freund Albrecht Dürers, Lazarus Spengler, geht es bewusst auch um nicht so bekannte Personen. So wird beispielsweise der Prediger Primus Truber vorgestellt, der während seiner Zeit in Rothenburg als herausragende humanistische Leistung das Neue Testament und den Katechismus ins Slowenische und ins Kroatische übersetzte und dafür erst einmal die entsprechenden Schriftsprachen kreieren musste. Während er in seiner Heimat Slowenien verehrt und mit Luther verglichen wird, ist er hierzulande weitgehend unbekannt. Auch Frauen haben Bedeutendes für die Verbreitung der Reformation geleistet oder sind in besonderem Maße von deren Folgen betroffen gewesen. So schildert ein Roll-Up das Streiten der Argula von Grumbach für die Reformation, ein anderes beschreibt das Leben der Nonne Caritas Pirckheimer, die sich gegen die Zwangsreformierung ihres Klosters auflehnte.
 
Die Lebensläufe lassen unter anderem auch eines deutlich werden, nämlich dass die reformatorischen Lehren sich auch deshalb so rasch und weit verbreiteten, weil schon die Menschen des 15. und 16. Jhs. weitläufig vernetzt und mobiler waren, als man sich das heute vielleicht vorstellen mag. So führte es zum Beispiel den Prediger Primus Truber den langen Weg aus seiner Heimat Slowenien bis nach Nürnberg und Rothenburg und von dort aus über mehrere Stationen bis nach Tübingen. Eine Karte mit den Lebenswegen aller in der Ausstellung vorgestellten Personen hebt diese Mobilität noch einmal besonders eindrücklich hervor.
 
Konzipiert und organisiert wurde die Ausstellung von der Vorsitzenden des Frankenbundes für Mittelfranken Evelyn Gillmeister-Geisenhof. Gemeinsam mit einem Projektteam aus Historikern, Kunsthistorikern und Theologen wurden die Inhalte erarbeitet.
 
Von Rothenburg aus wird die Ausstellung nach Weißenburg, Niklashausen, Nürnberg, Ansbach und Heilsbronn weiterreisen.
 
Zur Eröffnung am 10. Mai 2017, um 19 Uhr wird die interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.
 
Öffnungszeiten: tägl. 10-12 Uhr und 14-16 Uhr (So 14-16 Uhr)