Geschichtsforschung mit modernsten Methoden

Dendrochronologie bestimmt das Alter historischer Hölzer

Am Freitag, 4. Mai, findet im Gasthof „Zur Glocke“ (Kelter) um 20.00 Uhr ein Vortrag statt von Dr. Ing. Dipl. Holzwirt Thomas Eißing (Universität Bamberg) zum Thema  „Neues aus Bauforschung und Dendrochronologie zu Objekten in Franken“. Dabei geht es auch um Beispiele aus Rothenburg ob der Tauber.

Mit Hilfe der Jahresringe lässt sich das Alter von Holz inzwischen über Jahrtausende zurückverfolgen und exakt bestimmen. So kann man z. B. die Bauzeit mittelalterlicher Dachstühle oder von Fachwerkhäusern bis auf wenige Jahre Abweichung genau festlegen. Häufig gelingt es der Dendrochronologie sogar, Befunde zur klassischen Antike und zur mitteleuropäischen Vor- und Frühgeschichte vorzulegen. (Ägypter, Römer, Kelten usw.)

Dr. Eißing von der Universität Bamberg ist ein ausgewiesener Spezialist in dieser relativ jungen Forschungsdisziplin. Sein Vortrag handelt unter anderem von der Problematik der Holzversorgung in den mittelalterlichen Reichsstädten Frankens wie Nürnberg, Rothenburg und Windsheim. Durch die Holzaltersbestimmung kann auch der hölzerne Malhintergrund mittelalterlicher Tafelbilder datiert und über die Herkunft des Holzes erschlossen werden, in welcher Stadt die Gemälde vermutlich entstanden sind. Ebenso wird auf spätmittelalterliche Bohlenstuben eingegangen, die als (beheizbarer) Einbau in manchen Häusern wohl oft als Studierstube oder Refugium dienten. Auch in dem im Besitz des Vereins Alt-Rothenburg befindlichen Haus Judengasse Nr. 10 findet sich eine dieser seltenen Bohlenstuben.

 

Mehr Infos zum Institut für Archäologische Wissenschaften, Denkmalwissenschaften und Kunstgeschichte – Denkmalwissenschaften und Dr. Ing. Dipl. Holzwirt Thomas Eißing

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