Röderturm bald im Winterschlaf

Rothenburg (eb) – Nur noch bis zum 10. Oktober haben Einheimische, Interessierte aus dem Umland und Gäste der Stadt Rothenburg die Gelegenheit, den Röderturm zu besteigen und so einen einmaligen Blick auf die Altstadt zu bekommen.

Der Röderturm ist – neben dem Rathausturm – nur eine von zwei Möglichkeiten, Rothenburg von oben anzuschauen. Der große Vorteil dieses Turmes im Osten der Altstadt ist die geschlossene, ehemalige Türmerwohnung. Die Besucher sind somit wetterunabhängig, anders als beim Rathausturm.

Für einen geringen Obulus kann ohne zeitliche Begrenzung der Turm mit seinen sechs „Stockwerken“ erklommen werden. Auf dem Weg nach oben sind ausreichend Plattformen eingebaut, um gegebenenfalls eine kleine Verschnaufpause einzulegen.

Die engagierten, ehrenamtlichen Mitarbeiter_innen des Verein „Alt-Rothenburg“, der den Röderturm nach Kriegsende wieder maßgeblich aufgebaut und seit Jahrzehnten von der Stadt Rothenburg gepachtet hat, können den Besuchern – bei Bedarf in mehreren Sprachen – wissenswertes über den Turm und die Stadt  und deren Geschichte erzählen.

Der Röderturm wird aller Voraussicht erst wieder zu Ostern geöffnet werden.

Darüber hinaus bietet der Aufstieg die Möglichkeit, sich über die verheerende Bombadierung der Stadt am 31. März 1945 zu informieren.

Der Verein „Alt-Rothenburg“ setzt sich seit 1898 u.a für die Erhaltung der Rothenburger Altstadt ein. Aktuell war er für die Rettung des Hauses Judengasse 10/12 aktiv, dass jahrzehntelang leer stand und dem Verfall preisgegeben war. Untersuchungen ergaben, dass es sich bei dem Haus um ein Baudenkmal von europäischer Bedeutung handelt: denn es existiert noch nachweislich eine Original-Ausstattung aus dem Baujahr 1409 mit Bohlenstube und einer Mikwe, einem jüdischen Ritualbad.