Verein Alt-Rothenburg gestaltete Tag des offenen Denkmals in Rothenburg 2022

(Fast) alle Führungen, die am traditionell am 2. Sonntag im September, als „Tag des offenen Denkmals 2022“ in Rothenburg ob der Tauber angeboten wurden, sind von Mitgliedern des Verein Alt-Rothenburg durchgeführt woirden.

Auch damit beweist der Verein widerholt, dass er mit großem Sachverstand Menschen für die Belange der Stadtgeschichte und -entwicklung interessieren und begeistern kann.

 

Zwei Wohnhäuser in der Judengasse

Die Themenbereiche deckten mit Ed Knoll als Initiator der Rettung der Häuser in der Judengasse vor 30 Jahren und der Begleitung und Beratung bis heute auch die Entwicklung und Tendenzen in der Denkmalpflege und Denkmalschutz sowie sein persönliches Engagement ab.

 

 

 

 

 

Andreas Konopatzki berichtete aus seiner reichhaltigen Erfahrung, mit welchen Herausforderungen alle Beteiligten von der Planung bis zur Fertigstellung eines denkmalgeschützten Gebäudes konfrontiert werden können und wie man diese meistern kann.

 

 

Kaisersaal-Führung mit dem Oberbürgermeister

Spannend, mitreißend und informativ gestaltete Oberbürgermeister Dr. Markus Naser seine vier Führungen im Kaisersaal. Als ausgebildeter  Historiker merkte man seinen frei gehaltenen Vorträgen an, dass er hier ein ausgewiesener Fachmann ist.

Das Rathaus von Rothenburg ob der Tauber prägt den Marktplatz: So eindrucksvoll und so markant es mit seiner Renaissance-Fassade unübersehbar dessen Westseite einnimmt, so geheimnisvoll stellt es sich im Detail dar. Im Zentrum stand der Ort stets auch machtpolitisch. Allen voran der Kaisersaal, der eigentlich gar nicht immer als solcher bezeichnet wurde. Der Ratssaal wurde zur Ratswahl, für Sondersitzungen in Krisenfällen, zu Gerichtstagen und zur Vereidigung neuer Bürger*inne der Stadt genutzt.

Der Kaisersaal befindet sich im sogenannten gotischen Gebäudeteil des Rathauses, der in der zweiten Hälfte des 14. Jhs. erbaut wurde. Dieser ältere Rathaustrakt ist auf der ältesten Stadtansicht Rothenburgs, auf den Altarflügeln des sogenannten Friedrich-Herlin-Altars von 1466 (St. Jakob, Ostchor), sehr gut zu erkennen. Der große Ratssaal wird erstmals 1881 als Kaisersaal bezeichnet. Als Empfangssaal und repräsentativer Raum spielte der Große Ratssaal stets eine zentrale Rolle.

 

Im „Untergrund“ des Büttelhauses

Stadtarchivar Dr. Florian Huggenberger führte exklusiv in die einstigen Verliese des Büttelhauses (15. Jh.). Neben der besonderen Architektur des Büttelhauses ging Dr. Huggenberger insbesondere auf Aspekte der frühneuzeitlichen Stadtgeschichte von Rothenburg ob der Tauber ein. Sozial- und kulturgeschichtliche Aspekte wurden dabei nicht außer acht gelassen.

 

Wie baut sich eine mittelalterliche Stadt auf?

Wie entstand eine mittelalterliche Siedlung? Welche Rolle spielte die Burg? Kenntnisreich zeichnete Stadtheimpfleger Hans-Gustav Weltzer die verschiedenen Phasen der Stadterweiterung nach und ging insbesondere auf die ablesbaren Spuren sozialer Schichtung ein. Welche Viertel lassen sich wie identifizieren? Und wie sahen die Siedlungs- und Lebensräume sozialer Minderheiten bzw. Randgruppen aus? Spannende Fragen, denen der Spaziergang durch die Stadtgeschichte nachgeangen wurde. .

 

Der Kunst der Uhren auf der Spur

Das Dachgeschoss der Ratstrinkstube am Marktplatz von Rothenburg ob der Tauber birgt zwei bedeutsame Uhrwerke: Zum einen eine mechanische Schlagwerkuhr des berühmten Nürnberger Stadtuhrmachers Johann Carl Landeck (1636-1712) sowie die Kunstuhr des „Meistertrunks“ von 1910 des Hof-Uhrmachers Gustav Speckhart (1852-1919) und des Rothenburger Großuhrmachers Friedrich Holzöder. Der Mechanismus der Kunstuhr wurde an die Landeck-Uhr angeschlossen: Die Verzahnung beider Uhrwerke wurde spannend erklärt.

 

Geschichte des Dominikanerinnenklosters

Zweimal führte Dr. Hellmuth Möhring, ehem. Leiter des RothenburgMuseums und Mitglied des Freundeskreises RothenburgMuseum e.V., interessierte Besucher durch die wechselvolle Baugeschichte des einstigen Dominikanerinnenklosters. Das Kloster unterlag zahlreichen baulichen Erweiterungen und Veränderungen, am Gravierendsten war der Abriss der Klosterkirche 1812/13 (heute Klostergarten). Die Hintergründe und die verschiedenen Nutzungen wurden anschaulich von ihm den interessiertem Publikum geschildert.

 

 

Kulturspuren an der Franziskanerkirche

Die Franziskanerkirche ist eine der ältesten Kirchen Rothenburgs. Derzeit wird sie saniert. Dr. Oliver Gußmann, Gästepfarrer in Rothenburg ob der Tauber, zeigte die wichtigsten Merkmale und Spuren der Entwicklung dieses Kirchenraumes auf und erklärte, was es dabei historisch mit Otto und Günter auf sich hat.