Vortrag im Rahmen der „Rothenburger Diskurse“ über die Judengasse 10

Freitag, 07.02.2020 | 20:00 Uhr
Städtischer Musiksaal | Eintritt frei

Dr. Markus Naser | Vortrag
»Altes und Neues zur Rothenburger Judengasse ̶ 
Ein Ausflug in Geschichte und Zukunft der beiden Häuser Judengasse 10 und 12«

 

Die Rothenburger Judengasse entstand um das Jahr 1400 in der Zeit des großen Rothenburger Bürgermeisters Heinrich Toppler. Kurz vorher war die Stadt erweitert und die heute noch erhaltene Stadtmauer gebaut worden.

Dadurch war die ältere Stadtmauer aus der Stauferzeit überflüssig geworden und ihr Graben wurde verfüllt. Der Straßenname „Alter Stadtgraben“ im südöstlichen Bereich der ehemaligen Stadtmauer deutet auf diesen Umstand hin. Im nördlichen Bereich des ehemaligen Grabens wurde ebenfalls eine Straße neu angelegt und in dieser wurden gezielt Juden angesiedelt. Von Beginn an nannte man sie daher „Judengasse“.

Trotz des hohen jüdischen Bevölkerungsanteils in der Judengasse war sie kein Ghetto, vielmehr gab es eine christlich-jüdische Mischbevölkerung. Die meisten der Häuser in der Judengasse wurden von der Stadt selbst gebaut und dann vermietet.

Einzigartig wird die Rothenburger Judengasse durch den Umstand, dass sich viele der Gebäude aus dem Spätmittelalter bis heute weitgehend unverändert erhalten haben. Das trifft insbesondere auch auf die Häuser Judengasse 10 und 12 zu.

Im Haus Judengasse 10 haben sich eine Mikwe (ein jüdisches Ritualbad) und eine Bohlenstube aus der Bauzeit erhalten. Aktuell befinden sich die beiden Gebäude in einem dringend renovierungsbedürftigen Zustand. Der Verein Alt-Rothenburg und die Stiftung Kulturerbe Bayern haben sich der beiden Häuser angenommen.

Im Vortrag wird nicht nur die Geschichte der Rothenburger Judengasse erläutert, auch die Pläne für die anstehenden Renovierungsarbeiten in den Häusern 10 und 12 werden vorgestellt.

 

Dr. Markus Naser studierte Englisch und Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und promovierte im Jahr 2010 im Fach Landesgeschichte zum Thema: »Erstellung und Webimplementierung eines Geoinformationssystems zu den Städten in Franken in Mittelalter und Früher Neuzeit.«

Seit 2007 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg beschäftigt und wurde 2012 zum Akademischen Rat auf Lebenszeit ernannt.

Er engagiert sich ehrenamtlich als Vorstandsmitglied im Verband bayerischer Geschichtsvereine, als erster Vorsitzender des Vereins Alt-Rothenburg und als Regionalvertreter Mittelfranken beim Kulturerbe Bayern e.V. Dr. Markus Naser veröffentlicht regelmäßig Arbeiten zur Fränkischen und Rothenburger Geschichte.

Veranstalter:
Verein Alt-Rothenburg
in Kooperation mit dem Referat für Tourismus, Kunst und Kultur

 

Die 6. Reihe der Rothenburger Diskurse im Halbjahr 2019/2020 ist eine Gemeinschaftsaktion der Dienststelle für Tourismus, Kunst und Kultur der Großen Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber in Verbindung mit dem RothenburgMuseum, Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch und der Jüdischen Kulturwoche »Le Chajim 2019«, Susanne Wagner und der Agentur Contra Word, dem Institut für Arbeitsmarkt-und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg, der VR-Bank Mittelfranken West eG, dem Verein Alt-Rothenburg, dem Verein der Rothenburger Gästeführer (VRG), und dem Schlosspark Dennenlohe.