Judengasse 10

Kulturhistorisch sehr bedeutend

Teilabbruch des denkmalgeschützten Hauses Judengasse 10 abgelehnt

Foto: Lothar Schmidt

ROTHENBURG – Einstimmig hat der Bauausschuss in öffentlicher Sitzung am Montagabend im Rathaussaal das gemeindliche Einvernehmen zum beantragten Teilabbruch des denkmalgeschützten Hauses Judengasse 10 aufgrund der bau-, stadt- und religionsgeschichtlichen Bedeutung versagt.

Auch das Landesamt für Denkmalpflege hatte seine Zustimmung zum Abbruch verweigert. Die Stadtverwaltung wurde vom Bauausschuss beauftragt, dafür Sorge zu tragen, „dass dem Haus nichts passiert und es nicht plötzlich zusammenfällt.“
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Klicken Sie auf den sich dann öffnenden Link des Archivs des „Fränkischen Anzeigers“.
 

Aktuell aus dem Jahresbericht 2016 sei zitiert:

 

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Blick in das Haus Judengasse 10. Foto: Jochen Ehnes

Als größten Erfolg möchte ich den Erwerb des Hauses Judengasse Nr. 10 bezeichnen, den Dr. Naser umsichtig und für einen vertretbaren Preis über die Bühne gebracht hat. Das ist das Haus mit der mittelalterlichen jüdischen Mikwe, sicherlich nicht die einzige in Deutschland, aber doch eine kulturgeschichtliche Rarität ersten Ranges. In gewisser Weise sind wir mit diesem Hauskauf wieder wie schon vor Jahren bei der Erwerbung des Nachbaranwesens Nr. 12 für die öffentliche Hand eingesprungen und haben ein bedeutendes Denkmal vor einer Privatisierung mit ungewissem Ausgang gesichert.

Beide Wohneinheiten bilden zusammen ein Doppelhaus aus der Zeit um 1400 mit gemeinsamem Dachstuhl und insgesamt noch in großem Umfang erhaltener ursprünglicher Bausubstanz, das eigentlich nur sinnvoll saniert werden kann, wenn es einem einzigen Eigentümer gehört. Ermöglicht wurde uns der Kauf durch großherzige finanzielle Zuwendungen von Vereinsmitgliedern, die von einer beachtlichen Wertschätzung unseres Vereins zeugen.

Wir besitzen nun in der Judengasse zweieinhalb sanierte, bewohnte und vermietete Häuser und weitere zweieinhalb Häuser, die auf eine Sanierung warten und dem Verein vorläufig nur Unkosten einbringen. Es wird eine Aufgabe für die nächsten Jahre, vielleicht Jahrzehnte sein, eine Lösung für diese Gebäude zu finden.

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