Philosophenweg | Turmseelein
Schreiben an OB Hartl vom 10.06.2009
Verein Alt-Rothenburg
Herrngasse 15
91541 Rothenburg, 10. 6. 2009
Bernhard Mall
1. Vorsitzender
Herrn Oberbürgermeister Walter Hartl
Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber
An die Mitglieder des Stadtrats
Bebauungsplan Philosophenweg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträte,
der Verein Alt-Rothenburg dankt für die Möglichkeit einer erneuten Stellungnahme zum Bebauungsplan XVII „Philosophenweg“, Planungsstand 20. Mai 2009. Der Verein Alt-Rothenburg hatte bereits mit Schreiben vom 26. 2. 2009 an den Oberbürgermeister und die Mitglieder des Bauausschusses und mit Stellungnahme vom 15. 4. 2009 an den Oberbürgermeister und die Mitglieder des Stadtrats auf die baugeschichtliche Bedeutung der unter Heinrich Toppler im Norden der Stadt angelegten Vorfeldbefestigung hingewiesen: Reste entsprechender Vorbefestigungen gibt es nur noch in Ausnahmefällen und äußerst selten in dem Umfang wie in Rothenburg. Ihre Erhaltung ist ein wichtiges denkmalpflegerisches Anliegen. Uns Rothenburgern muß der Schutz authentischer Reste mittelalterlicher Wehranlagen besonders am Herzen liegen.
Gegenüber früheren Planfassungen versucht die aktuelle Fassung des Bebauungsplans, das Denkmal Turmseelein/Philosophenweg dadurch stärker zu schützen, dass die Wendeplatte für Müllfahrzeuge nicht mehr direkt in den nördlichen Wallbereich des östlichen Philosophenwegs, sondern hinter den nördlichen Wall gelegt werden soll. Um diese Wendeplatte zu erreichen, müßte aber nach dieser aktuellen Planung der Damm durch eine Zufahrt zu dieser Wendeplatte zusätzlich durchschnitten werden. Darüberhinaus würde auch in der neuen Planfassung der Norddamm immer noch durch eine Zufahrt zu einem Grundstück durchschnitten.
Diese Durchschneidungen wären schwerwiegende Schädigungen der schützenswerten Reste der Toppler´schen Vorbefestigungen: Das bisher noch weitgehend erhaltene Ensemble mit den beiden auf das Turmseelein zulaufenden Wällen und dem dazwischen liegenden Graben würde durch die doppelte Durchschneidung des Nordwalls wesentlich beeinträchtigt. Aufgrund der Satzung ist der Verein Alt-Rothenburg zur „Erhaltung der Wesensart der Rothenburger Baudenkmäler“ verpflichtet. Aus unserer Sicht wäre alles andere als eine angemessene, möglichst vollständige Erhaltung beider Dämme zum Abschluß des Topplerjahrs ein Schildbürgerstreich, der ein schlechtes Licht auf das Verhältnis Rothenburgs zum Denkmalschutz insgesamt werfen würde. Die Fassung des Bebauungsplans vom 20. 5. 2009 ist so abzuändern, dass sie dem Denkmalschutz angemessen Rechnung trägt. Die hierzu vorliegenden Einwendungen und Vorschläge des Landesamts für Denkmalpflege sind zu beachten.
Aus der Sicht des Vereins ist über die vollständige Erhaltung der denkmalgeschützten Anlagen hinaus eine Aufwertung der Reste der Vorfeldbefestigungen durch eine Verbesserung der denkmalpflegerischen Situation am Turmseelein notwendig: Wie bereits früher vorgebracht, ist die geplante Anbindung des Philosophenwegs nach Osten durch eine Unterführung durch den Damm der Westspange der Würzburger Straße zeitlich vorrangig zu behandeln. Das Umfeld des Denkmalbereichs ist in einen ansprechenderen Zustand zu bringen. Die Bedeutung der Anlagen sollte durch Schrifttafeln erläutert werden.
Das Landesamt für Denkmalpflege erhält Abdruck unseres Schreibens.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Mall
1. Vorsitzender Verein Alt-Rothenburg
Verein Alt-Rothenburg setzt sich ein!
Am 15. April 2009 hat der VAR an OB Walter Hartl und die Stadträte von Rothenburg ob der Tauber eine Stellungnahme zum Bebauungsplan Philosophenweg | Turmseelein abgegeben.
Hier der vollständige Text:
Verein Alt-Rothenburg 91541 Rothenburg, 15. 4. 2009
Bernhard Mall
Herrngasse 15
1. Vorsitzender
Herrn Oberbürgermeister Walter Hartl
Große Kreisstadt Rothenburg ob der Tauber
An die Mitglieder des Stadtrats
91541 Rothenburg ob der Tauber
Bebauungsplan Philosophenweg
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Stadträte,
auf Grund der denkmalschützerischen Bedeutung des Ensembles Turmseelein/Vorfeldbefestigung am Philosophenweg hat der Verein Alt-Rothenburg mit Schreiben vom 26. 2. 2009 an den Oberbürgermeister und die Mitglieder des Bauausschusses gebeten, den Bebauungsplan XVII – Philosophenweg nochmals zu überdenken.
Wie bereits das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in seiner Stellungnahme vom 8. 12. 2008 ausführte, hat die unter Heinrich Toppler angelegte Vorfeldbefestigung im Norden der Stadt baugeschichtlich große Bedeutung: Reste entsprechender Vorbefestigungen gibt es nur noch in Ausnahmefällen und äußerst selten in dem Umfang wie in Rothenburg. Ihre Erhaltung ist ein wichtiges denkmalpflegerisches Anliegen. Durch die bisher bekannte Fassung des Bebauungsplans wird aus unserer Sicht der Schutz des Denkmals Turmseelein/Philosophenweg nicht ausreichend berücksichtigt.
Beim Begang des Ostteils des vom Bebauungsplan betroffenen Geländes am 26. März 2009 zeigten die angebrachten Markierungen im Gelände deutlich, dass durch die Maßnahmen des Bebauungsplan, insbesondere auch durch Zufahrten und eine Wendeplatte mit 18 x 18 m im Vorgelände des Grabens, sehr stark in die schutzwürdige Anlage eingegriffen würde.
Um diese starken Beeinträchtigungen zu vermeiden, wurde vom Landesamt für Denkmalpflege gefordert, wenigstens auf die Bebauung der Flustücke 1642 und 3263/1 gänzlich zu verzichten und die beidseitig des Philosophenwegs geplanten Parzellen zugunsten eines deutlich breiteren mittigen Grünzuges in ihrer Nord-Süd-Ausdehnung zu verkleinern. Wenn Denkmalschutz in der Stadt Rothenburg ernst genommen wird, muss diesen Vorschlägen unbedingt gefolgt werden.
Aus der Sicht des Vereins ist über die vollständige Erhaltung der denkmalgeschützten Anlagen hinaus eine Aufwertung der Reste der Vorfeldbefestigungen durch eine Verbesserung der denkmalpflegerischen Situation am Turmseelein notwendig: Die geplante Anbindung des Philosophenwegs nach Osten durch eine Unterführung durch den Damm der Westspange der Würzburger Straße ist vorzuziehen. Das Umfeld der Anlagen ist in einen ansprechenderen Zustand zu bringen. Die Bedeutung der Anlagen sollte durch Schrifttafeln erläutert werden.
Das Landesamt für Denkmalschutz erhält Abdruck unseres Schreibens.
Mit freundlichen Grüßen
Bernhard Mall
(1. Vorsitzender Verein Alt-Rothenburg)
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