20.09.2011 - Jahreshauptversammlung des VAR

Bericht über die Jahreshauptversammlung 2011

Es hat ungewöhnlich lange gedauert, bis der Verein Alt-Rothenburg nach dem Rücktritt von Bernhard Mall anlässlich der Fällung der alten Linde in der Neuen Burg vor mehr als einem halben Jahr einen neuen 1. Vorsitzenden gefunden hat. Dr. Karl-Heinz Schneider, der bereits von 1986 bis 2002 dieses Amt erfolgreich ausgeübt hat, wird bis zu den Neuwahlen 2012 den Verein leiten.

Die mit rund 40 Mitgliedern recht ordentlich besuchte Veranstaltung im Gasthof „Schranne“ erledigte zügig die Regularien: Begrüßung durch den 2. Vorsitzenden Dr. Möhring, Verlesung des Jahresberichts durch Schriftführer Dr. Schmitt, Kassenbericht von Peter Nedwal, Mitteilung der Kassenprüfung sowie Entlastung der bisherigen Vorstandschaft unter der Leitung von Andreas Konopatzki, der auch die ohne Gegenstimme erfolgte Wahl von Dr. Schneider zum neuen Vereinsvorsitzenden leitete.

"Wiederholungstäter" Dr. Schneider

Dr. Karl-Heinz Schneider neuer VAR-Vorsitzender

OB Walter Hartl (re.) gratuliert zum neuen Amt (das er schon einmal vor Jahren inne hatte).

Zum neuen Ehrenmitglied ernannt: Bernhard Mall (m.

JoE

Einstimmig wurde Bernhard Mall zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. In einer kurzen Erklärung schilderte er die Vorgänge um die Beseitigung der ehrwürdigen Linde aus seiner Sicht und hob die immense Bedeutung alter Bäume hervor: Artenschutz, Klimaschutz und Stadtbild profitieren gleichermaßen von ihnen. Nicht nur in diesem, sondern auch in anderen Fällen sei die Bürgerbeteiligung von der Stadt missachtet worden. Die Information des Vereins durch die Stadt geschehe immer noch „selektiv“, wie z. B. bei der Neugestaltung der Galgengasse in den letzten Jahren. Aufgabe des Vereins Alt-Rothenburg sei es, das Bewusstsein für die Altstadt zu schärfen und auf eine bessere Einbindung des Vereins in Entscheidungsprozesse zu drängen, nicht zuletzt dann, wenn es um städtische Baumaßnahmen gehe.

Aufmerksame Zuhörer beim Vortrag von Dr. Möhring

JoE

Mit seinem Vortrag zu den mittelalterlichen Skulpturen in der Jakobskirche gab Dr. Möhring schließlich einen Einblick in das Schicksal und die Bedeutung der dort heute noch erhaltenen Heiligenfiguren. Ist der Bischof auf dem rechten Flügel des Herlin-Altars tatsächlich St. Leonhard? Wohl kaum. In welcher liturgischen Beziehung stand die Sakramentsnische zum ursprünglich deutlich weiter östlich gelegenen Hauptaltar? Befanden sich die monumentalen Heiligenfiguren, die wir heute an den Pfeilern des Hauptschiffs sehen, einst teilweise in den von führenden Patriziern gestifteten Nebenkapellen? (Toppler, Wernitzer, Spörlein) Wollte man das Andenken Heinrich Topplers löschen, indem man sein gemaltes Wappen an der Statue des heiligen Jakob abkratzte? Versetzungen mancher Figuren müssen im Zusammenhang mit dem Einbau der barocken Emporen und mit der „Regotisierung“ der Kirche durch Heideloff erfolgt sein. Hier gibt es noch vieles zu erforschen. Gerade das Thema „Heideloff und die Jakobskirche“ wäre eine Untersuchung wert.

OB Walter Hartl bei seiner Stellungnahme

auf den Jahresbericht von Dr. Richard Schmitt. JoE

In der abschließenden Aussprache bemühte sich Oberbürgermeister Hartl um die Relativierung mancher Vorwürfe aus dem Jahresbericht des Schriftführers und aus der Rede von Bernhard Mall. Er verwies darauf, dass Entscheidungen des Stadtrates demokratisch legitimiert seien, dass aus datenschutzrechtlichen Gründen die Stadt den Verein über private Bauvorhaben nicht informieren dürfe, dass der Verein regelmäßig zu den Bauausschusssitzungen eingeladen würde und ihm die jeweilige Tagesordnung bekannt sei.

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Einblick in die Jahreshauptversammlung 2011

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